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Neon Hope im Test: Kleine Helden, große Entscheidungen – so muss sich ein analoges Cyberpunk-Abenteuer anfühlen
Das storygetriebene Brettspiel riecht nach Cyberpunk 2077, spielt sich wie Arkham Horror und fesselt mit 33 Enden. Ein absolutes Genre-Highlight!
An alle Messe-Besucher: Wie geht ihr eigentlich vor, wenn ihr euch auf die SPIEL in Essen vorbereitet? Hotness-Listen checken, Lieblingsverlage abklappern? Nutzt ihr die offizielle Messe-App oder orientiert ihr euch an der Fairplay-Liste? Oder lasst ihr euch ganz einfach im Getümmel treiben? Bei mir sind es eigentlich immer die gleichen Stände, denen ich einen Besuch abstatte. Allerdings verpasse ich so leider zwangsläufig so manchen Geheimtipp. Deshalb suche ich mir im Vorfeld gezielt einzelne Titel abseits der großen Verlage heraus, die das Potenzial haben, mein Nerd-Herz besonders zu erwärmen. In diesem Jahr ist mir Neon Hope ins Auge gesprungen. Erzählstark, taktisch anspruchsvoll und das alles von einem atmosphärisch dichten Cyberpunk-Setting umrahmt? Das klingt nach einem Spiel für mich.
Neon Hope ist ein kooperatives, storygetriebenes Cyberpunk-Kartenspiel für 1 bis 4 Personen. Veröffentlicht von Hopeful Games und entwickelt von Dominik Schönleben sowie Francesco Grothe, lenken die Spieler durch Karten und ein Storybuch das Schicksal von Alltagshelden im Berlin der Zukunft.
Ein Blick in die Verpackung verrät es sofort: Karten sind das zentrale Element von Neon Hope. Im Verlauf von sechs Episoden werdet ihr mit nicht weniger als vierhundert Karten hantieren müssen. Über sie wird nahezu die gesamte Welt dargestellt: Schauplätze, Charaktere, Gegenstände, Gegner und vieles mehr – alles wird im Kartenformat ausgelegt. Die Geschichte hingegen wird vorwiegend durch ein separates Storybuch transportiert. Ihr werdet es zwischenzeitlich immer wieder zur Hand nehmen, um euch in eine düstere Cyberpunk-Geschichte entführen zu lassen.
Angesiedelt ist Neon Hope im Berlin einer nahen Zukunft. Mächtige Konzerne, digitale Überwachung und soziale Ungerechtigkeit bestimmen den Alltag der Menschen. Öhm … so richtig weit weg von unserer aktuellen Situation bewegen wir uns damit also nicht. In die Lage dürften sich die meisten gut einfühlen können. Und auch mit den Charakteren, euren Alter Egos, ist der Identifikationsgrad vermutlich höher als in den meisten anderen Spielen. Ihr schlüpft nicht in die Rolle von schwerbewaffneten Superhelden, sondern stellt vielmehr Helden des Alltags dar, die sich mutig gegen die Machenschaften von höheren Mächten stellen.
Ihr startet eure Reise in einem Berliner Nachtclub, dem Syphon. Von dort aus entwickelt sich ein dichter Plot, der sich über mehrere Episoden spannt. Ihr könnt es euch fast wie eine kleine TV-Serie vorstellen. Jedes Kapitel hat ein eigenes Ziel und eine eigene Dramaturgie. Dennoch sind die Abschnitte tief miteinander verwoben. Getroffene Entscheidungen aus früheren Kapiteln haben mitunter weitreichende Konsequenzen. Je nachdem, wie ihr das Abenteuer gestaltet, welche Wege ihr einschlagt, können sich der Verlauf und auch das Ende stark verändern. Die Autoren werben damit, dass die Kampagne von Neon Hope in insgesamt 33 verschiedene Enden münden kann. Es kann sich also durchaus lohnen, die Geschichte ein zweites Mal durchzuspielen, um die alternativen Wege zu erkunden.
Jeder Charakter trifft dabei eigene Entscheidungen, dennoch geht ihr kooperativ durch die Geschichte. Ihr verfolgt Spuren, überwindet Hindernisse, bekämpft Gegner, besteht Proben und vieles mehr. Die Abstimmung untereinander wird dabei einen entscheidenden Einfluss auf Erfolg und Misserfolg im Spiel nehmen. Ihr versucht, die individuellen Fähigkeiten eurer Charaktere aufeinander abzustimmen und das Beste aus euren Möglichkeiten herauszukitzeln. So richtig scheitern könnt ihr an einer Episode allerdings nicht. Die Kampagne wird auch bei einem ungünstigen Ausgang fortgeführt. Die Story entwickelt sich in diesem Fall nur eben in eine etwas andere Richtung.
Zur Story selbst möchte ich an dieser Stelle natürlich nicht zu viel verraten. Für mich ist sie aber der klare Star von Neon Ho