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Nvidia GTC 2026: Berliner Event enthüllt KI, Quanten und Robotik und fordert mehr Mut
In über 150 Sessions deckten Nvidia und Partner auf der GTC Berlin 2026 unzählige Themengebiete ab. Mit dabei sind sehr interessante Einblicke und Dinge, die man dann doch nicht jeden Tag sieht. Der Tenor dabei ist stets, dass Europa doch sehr gut dasteht, aber nur noch etwas mehr „crazy and open“ werden sollte.
Die Nvidia GTC gastierte zum ersten Mal in Berlin und war auch gleich ein voller Erfolg. In der Station am Gleisdreieck, im Tempodrom sowie in einigen benachbarten Hotels und Gebäuden wurden innerhalb von drei Tagen allerlei Themen besprochen, natürlich mit KI als Kernthema. Doch am Rand war in vielen Richtungen Platz, sodass es eine ziemlich umfassende Veranstaltung war, die entsprechend für Publicity sorgte; und zum Teil so voll war, dass am ersten Tag zwischenzeitlich der Zugang zur Station gesperrt werden musste – Überfüllung.
Die Leute kamen da gerade von der Keynote von Jensen Huang als CEO des Unternehmens, der am liebsten den quasi ungebremsten Ausbau von AI vorantreiben will und dafür auch mal Länder wie Deutschland und Großbritannien „abwatscht“, weil sie ihm zu langsam sind. Auf der Showbühne dann wird es aber wieder diplomatisch, denn Nvidia macht schließlich gern Geschäfte in Europa, investiert hier auch kräftig.
Auf der anderen Seite kommt seine Forderung nach stetig mehr Innovation und Investition nicht überall gut an. Und so nutzte Greenpeace die Keynote für eine Protestaktion: Mithilfe eines kleinen Beamers und eines Transparentes erklärte die Umweltschutzorganisation, dass Nvidia sein dreckiges Geschäft doch säubern solle.
Sauber sind AI und riesige Datacenter mit riesigem Verbrauch an Strom und Wasser bekanntlich mitnichten, weshalb sich selbst in den USA stetig mehr Protest bildet. Denn wenn auf dem Parkplatz Anhänger mit mobilen Gasturbinen stehen, um Strom bereitzustellen, dann ist das durchaus ein extrem dreckiges Geschäft.
Und wo die Chips am Ende überall landen, Stichwort russische Drohnen, ist auch noch ein Thema für sich, über das auf solchen Veranstaltungen nicht gern gesprochen wird. Die Protestaktion wurde entsprechend auch aus der Keynote-Aufzeichnung (ab Minute 22; siehe dasselbe Hintergrundbild in der Präsentation) herausgelöscht. Bei Greenpeace ist die Aktion zu finden.
Nvidia spulte letztlich sein Programm wie gewohnt extrem seriös herunter. Auch die unternehmenseigenen Stände waren bis zur Perfektion durchgestaltet, und das Personal war entsprechend instruiert. Das Unternehmen und die Mitarbeiter vor Ort sind dabei stets extrem vorsichtig in Aussagen, direkte Fragen an Mitarbeiter werden oft nur vage beantwortet: bloß nicht festnageln lassen. Unterm Strich kommt so aber quasi auch nichts Neues heraus.
Der Showroom mit vielen Partnern ist so letztlich viel interessanter – und auch die Talks und Sessions ebendieser Firmen. Denn die lassen gern mal tiefer blicken, wie es denn um das eine oder andere Thema bestellt ist. Dabei wird man als Besucher, aber auch als Journalist, schnell wieder auf den Boden der Tatsachen geholt. Denn beispielsweise sind NVL72-Racks mit Vera Rubin eben kein Produkt für den Massenmarkt. Und was soll ein gewöhnliches Unternehmen auch damit anfangen?
Partner zeigten deshalb auch viele kleine Server-Lösungen und beispielsweise RTX Pro als passende GPU-Beschleuniger dafür. Diese Lösungen lassen sich nämlich durchaus in bestehende Systeme und Rechenzentren integrieren und erfordern keinen Neubau für eine vollständige Warmwasserkühlung.
Apropos Warmwasserkühlung: Auch das ist ein Thema für sich. Nvidias CEO erklärte, dass die neuen Systeme mit 45 bis 55 Grad warmem Wasser (es handelt sich nicht immer tatsächlich um Wasser, sondern der Begriff dient hier als Synonym für „Flüssigkeit“) gekühlt werden könnten. Auf dem Showfloor war man da aber deutlich zurückhaltender. Einige große Firmen wie HPE und auch Lenovo kühlen bereits seit einiger Zeit mit Flüssigkeit auch oberhalb von 25 Grad, HPE erklärte, die Kunden sehen hier aber rund 40 Grad als effektivste Wahl.