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Drohnen haben verborgene Felskunst der Aborigines in Australiens Blue Mountains entdeckt
Verborgene Zeugnisse indigener Kultur: Mithilfe von Laserscans haben Archäologen in Australiens Blue Mountains drei bislang nicht registrierte Felsunterstände entdeckt. An allen fanden sie Steinartefakte, einer bewahrt zudem zwei rote Handschablonen. Das Verfahren könnte die Suche nach Kulturerbestätten beschleunigen und ungenaue ältere Fundortangaben berichtigen.
Sydney (Australien). Steile Sandsteinhänge, tiefe Täler und dichter Eukalyptuswald erschweren in den australischen Blue Mountains die Suche nach Spuren früherer Bewohner. Zwar sind dort schon viele Felsüberhänge mit Wandbildern und Steinartefakten dokumentiert. Weite Teile der Region wurden aber noch nicht systematisch untersucht, weil Erkundungen zu Fuß aufwendig sind.
Gerade diese natürlichen Felsunterstände können wichtige Zeugnisse der Geschichte indigener Gemeinschaften bewahren. Doch hinter dem dichten Pflanzenbewuchs lassen sich weitere geschützte Nischen selbst aus der Luft mit gewöhnlichen Kameras kaum erkennen. Laserbasierte Geländekarten könnten die Suche gezielter machen.
Forscher der University of Sydney um Dr. Jacob L. Bongers haben deshalb ein Verfahren getestet, das Laserscans aus Drohnen- und Flugzeugbefliegungen mit computergestützter Geländeanalyse verbindet. Die Untersuchung entstand in Zusammenarbeit mit der Dharug Custodian Aboriginal Corporation (DCAC), einer indigenen Gemeinschaftsorganisation.
Bei dem Verfahren namens LiDAR senden Sensoren Laserpulse zur Erdoberfläche und messen das reflektierte Licht. Daraus entstehen dreidimensionale Punktwolken, in denen sich auch Geländeformen unter Baumkronen erkennen lassen. Die Forscher werteten hochaufgelöste Drohnenaufnahmen und gröbere öffentliche Laserdaten aus Flugzeugen aus. Im großräumigen Untersuchungsgebiet umfasste der Datensatz rund 1.057 Quadratkilometer.
Eine Software markierte mögliche Felsüberhänge, die das Team zuerst am Bildschirm und anschließend vor Ort überprüfte. Von 19 gezielt ausgewählten Kandidaten erwiesen sich alle als Unterstände, Überhänge oder ähnliche Vertiefungen. Das bedeutet jedoch nicht, dass sämtliche automatischen Treffer echte archäologische Fundplätze sind.
„Diese Arbeit ist spannend, weil sie eine effiziente und genaue Suche nach Fundorten in schwierigem Gelände ermöglicht, dessen Erkundung bekanntermaßen mühselig, teuer und zeitaufwendig ist“, erklärt Dr. Jacob L. Bongers.
Bei den Geländebegehungen dokumentierten die Archäologen drei bislang nicht registrierte Felsunterstände mit Spuren menschlicher Nutzung. Im ersten entdeckten sie drei größere Steinartefakte, im zweiten 21 und im dritten 26. Einer dieser neuen Fundplätze enthielt außerdem eine Felszeichnung: zwei rote Handschablonen auf einer Fläche von ungefähr 35 mal 15 Zentimetern.
Eine linke und eine rechte Hand liegen dort unmittelbar nebeneinander. Die Forscher vermuten, dass dieselbe Person beide Abdrücke während eines einzigen Vorgangs hinterließ. Ein Alter der Malereien konnten sie mit dieser Untersuchung nicht bestimmen.
Die Untersuchung verbindet die technische Suche mit dem überlieferten Wissen der Dharug. Mitglieder der indigenen Partnerorganisation waren an der Auswahl der Untersuchungsgebiete und an der Dokumentation der Felskunst beteiligt. Auf ihren Wunsch veröffentlichten die Autoren keine genauen Fundortkoordinaten und keine Fotos der entdeckten Felskunst und Steinartefakte.