// SPIEGEL KULTUR — MODA & SOCIETÀ
»Tatort«-Vote: Wie gefiel Ihnen »Gottesgarten« mit Rosalie Thomass?
Rosalie Thomass und Fabian Hinrichs: Sanfte Annäherung
Ein Mord in einem Nürnberger Stundenhotel führte zu einem alten Missbrauchsfall in der oberfränkischen Provinz. Das Opfer, ein queerer Sexarbeiter, war in seiner Jugend auf einer Party von einem Erwachsenen unter Drogen gesetzt und vergewaltigt worden.
Kommissar Voss (Fabian Hinrichs) und seine neue Kollegin Emilia Rathgeber (Rosalie Thomass) stießen bei ihren Ermittlungen auf zwei Jugendfreunde, die Zeugen des Missbrauchs gewesen waren und nun den Täter zur Rechenschaft ziehen wollten. Endlos wurden in diesem »Tatort« in Rückblenden die gewaltsamen Partyszenen gezeigt; der damals gespielte Partyhit »Ohne dich (schlaf’ ich heut Nacht nicht ein)« von Münchner Freiheit hallte dabei von der Filmvergangenheit in die Filmgegenwart nach.
Dramatischer Höhepunkt: Einer der Freunde des Opfers erschießt den Peiniger von einst – und die dazu gestürmte neue Kommissarin erschießt den Opferfreund.
Ein bisschen angepappt wirkte die Szene, in der erklärt wurde, dass der getötete Fiesling nicht nur diese eine Vergewaltigung begangen hatte, sondern im Darknet auch noch einen Handelsplatz für kinderpornografische Darstellungen betrieb. Das wirkte, als wollten die Verantwortlichen ein wenig das Blutbad am Ende legitimieren.
In unserer Kritik schrieben wir: »Harter Fall, zarter Neuanfang. Knapp zehn Jahre lang ermittelte Voss an der Seite der von Dagmar Manzel verkörperten Kommissarin Ringelhahn, mit der ihn eine Art platonische Liebe verband. Die Annäherungsszenen an die neue Kollegin gehören zu den schönsten Momenten im Krimi, weil Vieles angedeutet bleibt und sich doch langsam eine Vertrautheit einspielt. Regisseur Dustin Loose hat zuvor unter anderem die bewegende, makellose Folge um eine trans Zeugin gedreht. Auch im neuen Franken-›Tatort‹ gibt es intensive leise Momente. Die Provinz- und Partyszenen wirken indes überwiegend überreizt und ausgewalzt.«
Wir gaben 6 von 10 Punkten. Was halten Sie von dem Krimi?
Einen zweiten gemeinsamen Fall haben Fabian Hinrichs und Rosalie Thomass bereits abgedreht. Er trägt den Titel »Totholz« und handelt vom Tod an einer 13-Jährigen. Regie führte Kilian Riedhof, der in der Vergangenheit für spektakuläre Fernsehprojekte wie den Zweiteiler »Gladbeck« stand und zuletzt unter anderem in Frankreich das Kinodrama »Meinen Hass bekommt ihr nicht« über den Terroranschlag auf der Pariser Konzerthaus Bataclan 2015 gedreht hatte.