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Künstliche Intelligenz: Wer kann KI-Texte erkennen?
Wasserzeichen können darüber Auskunft geben, ob Künstliche Intelligenz beim Schreiben genutzt wurde. Der Literaturwelt kann das helfen. Doch noch sind sie nicht für jeden nutzbar.
Wer ein Buch liest, möchte in eine andere Welt eintauchen. Doch was passiert, wenn diese Welt nicht von einem Menschen, sondern von einer Künstlichen Intelligenz erschaffen wurde? Diese Frage beschäftigt die Literaturbranche zunehmend.
Seit Wochen wird darüber diskutiert, ob bei einem preisgekrönten Roman KI eingesetzt wurde. In dieser Woche trennte sich ein kanadischer Verlag deswegen vom Schriftsteller Thélyson Orélien. Ein Fall, den der deutsche Verleger und Schriftsteller Jo Lendle aufmerksam verfolgt. Er hatte das Manuskript gelesen und grundsätzlich positiv bewertet.
Stammt dieser Text von einer KI? Beantworten könnten das Wasserzeichen, die KI-generierte Texte markieren.
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Für Lendle ist der Einsatz neuer Technologien in der Literatur nichts grundlegend Neues. Die Literatur habe sich stets an technische Entwicklungen angepasst. Als der Film aufkam, veränderten sich Erzählweisen. Mit dem Computer wandelten sich Recherche und Schreibprozesse. "Die Welt der Bücher reagiert auf Veränderungen und die Erzählkunst geht mit", sagt Lendle. Auch Künstliche Intelligenz sei Teil dieser Entwicklung. Sie könne Autoren beispielsweise helfen, Schreibblockaden zu überwinden oder neue Ideen zu entwickeln.
Ein entscheidender Geburtsfehler der KI sei, dass sie zum Training auf Bücher und Literatur zurückgegriffen habe, ohne die Urheber dafür zu vergüten. Zudem seien rein KI-generierte Texte häufig erkennbar. Schreibweise und Struktur wirkten oft unelegant.
Lendle vergleicht dies mit den ersten KI-generierten Bildern, auf denen Menschen plötzlich sechs Finger hatten. Damals seien die Schwächen offensichtlich gewesen. Ähnlich verhalte es sich derzeit bei vielen Texten. Allerdings gehe er davon aus, dass sich die Qualität schnell verbessern werde.
Immer mehr mutmaßlich KI-generierte Kinderbücher tauchen bei Amazon auf.
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Lendle begrüßt deshalb, dass KI-Anbieter wie Anthropic, Google und OpenAI entsprechende Wasserzeichen angekündigt haben und sie teilweise schon nutzen. Hintergrund ist der AI-Act der Europäischen Union, der seit 2024 gilt, Anfang August ist die Kennzeichnung von KI-genierten Inhalten dazugekommen.
Aus Sicht von ihm als Verleger können solche Wasserzeichen hilfreich sein. Sie sollen sichtbar machen, ob Künstliche Intelligenz bei der Erstellung eines Textes beteiligt war. Allerdings gibt es derzeit einen entscheidenden Haken: Verlage, Buchhändler und Leser können bislang nicht selbst überprüfen, ob ein Wasserzeichen tatsächlich vorhanden ist.