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Pico11: Abgespecktes Windows 11 belegt nur 883 MB RAM
Der für Tiny11 bekannte Entwickler NTDEV hat mit Pico11 eine überaus stark verkleinerte Version von Windows 11 präsentiert. Trotz der gestrichenen Komponenten lässt sich das Betriebssystem weiterhin mit grafischer Oberfläche verwenden. Für den täglichen Einsatz ist das Experiment jedoch nicht vorgesehen.
Microsoft verlangt für Windows 11 mindestens 4 GB Arbeitsspeicher. In einem Demonstrationsvideo präsentiert NTDEV hingegen eine Windows-11-Installation, die nach dem Start nur etwa 883 MB RAM beansprucht. Dem virtuellen Testrechner sind dabei 4 GB Arbeitsspeicher zugewiesen. Der gemessene Wert ist eine Momentaufnahme, keine festgestellte Mindestanforderung. Ob Pico11 auch mit weniger als 4 GB zugewiesenem RAM startet oder wie viel Arbeitsspeicher zusätzliche Anwendungen benötigen, lässt sich daraus nicht ableiten.
Trotz der gestrichenen Komponenten funktionieren der Datei-Explorer, die Einstellungen und der Taschenrechner. NTDEV öffnet zudem Notepad, speichert eine Textdatei und startet Paint. Der Task-Manager verwendet dagegen anscheinend eine ältere Bedienoberfläche.
Die komplette ISO-Datei einschließlich Installationsprogramm umfasst 699.811.840 Byte. Damit passt das Abbild auf einen gängigen CD-Rohling mit 700 MB Kapazität. Die ISO-Größe lässt jedoch keine direkten Schlüsse auf den Platzbedarf des installierten Systems zu. Wie viel Speicherplatz Windows benötigt, nennt NTDEV in seiner Demonstration nicht.
Für die Verkleinerung entfernte NTDEV unter anderem Windows Update und die Komponenten zur Systemwartung. Normale Sicherheits- und Funktionsupdates lassen sich daher nicht wie bei einem herkömmlichen Windows 11 installieren. Für den permanenten Einsatz auf einem mit dem Internet verbundenen PC ist diese Version schon aus Sicherheitsgründen nicht zu empfehlen.
Eine Installation gewöhnlicher Desktopprogramme oder PC-Spiele hat NTDEV bislang nicht vorgeführt. Ob diese Anwendungen auf dem abgespeckten System laufen, ist deshalb offen. Das gilt auch für eventuell benötigte Treiber und zusätzliche Windows-Komponenten. In der Vorführung geht es vorerst nur um die Frage, wie weit sich Windows 11 verkleinern lässt, ohne die grafische Oberfläche vollständig zu entfernen.
Pico11 ist noch nicht veröffentlicht. NTDEV will die dabei entwickelten Funktionen künftig in den quelloffenen Tiny11 Builder übernehmen. Das Programm bietet bereits einen regulären Tiny11-Modus, der Windows Update, Microsoft Defender und Wiederherstellungsfunktionen beibehält, sowie die weiter reduzierte Variante Tiny11 Core, bei der die Systemwartung ebenfalls wegfällt. Einen Zeitpunkt für die Übernahme der Pico11-Änderungen hat der Entwickler nicht genannt.