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KI: Epic vibe codet Unreal Engine und Fortnite
Epic Games selbst setzt bei der Entwicklung der neuen Unreal Engine 6 und Updates für Fortnite auf KI. Die Entwickler schreiben den Großteil des Codes nicht mehr selbst, sondern leiten die KI-Tools an, erklärt Marcus Wassmer, Executive Vice President of Development bei Epic, in einem Gespräch mit „This Week In Video Games“.
Wassmer bezeichnete Epics Vorgehen als Vibe-Coding („Yes, we are vibe-coding things“). Die Engine werde nicht in einem einzigen Durchlauf von einer KI erstellt. Stattdessen arbeite das Unternehmen schrittweise mit KI an Funktionen, die Entwickler benötigen. Dabei müsse die Engine innerhalb der vorgesehenen Grenzen für Speicherbedarf, Leistung und Skalierbarkeit bleiben.
Für Epic sei das Risiko, sich zu langsam zu bewegen, größer als die Skepsis gegenüber KI, sagte Wassmer. Der Einsatz markiert eine Veränderung gegenüber dem Vorjahr: Damals hatte Epic-Chef Tim Sweeney bestritten, dass das Unternehmen KI für Aktualisierungen der Unreal Engine nutze. Jüngst bestätigte aber auch Sweeney, dass Epic KI-Werkzeuge zur Entwicklung von Code für die Engine einsetzt.
Die Aussicht, dass eine neue Version einer weit verbreiteten Spiele-Engine mit KI-Unterstützung programmiert wird, hat bei vielen Spieleentwicklern Besorgnis ausgelöst. Einige fragen sich, ob Epic den erzeugten Code vollständig verstehen kann. Andere halten dagegen, Entwickler könnten ihre eigene Engine mit ähnlichen Methoden erstellen, statt Epics hohe Lizenzgebühren zu zahlen.
Anfang des Monats hatte Epic mitgeteilt, den Launcher des Epic Games Store vibe-codet zu haben. Vor allem die Geschwindigkeit wurde durch das Update bzw. die Neuentwicklung des Launchers deutlich verbessert.
Sweeney hat sich in den vergangenen Monaten wiederholt für KI ausgesprochen. Er erwartet durch die Technologie ein bevorstehendes „goldenes Zeitalter“ für Spiele. Die Kennzeichnung von KI-Inhalten auf Steam kritisierte er als politischen Akt, der Entwicklern Chancen nehme.
Epic hat außerdem ein noch nicht angekündigtes Spiel mit Figuren aus Marvel und Star Wars verschoben, während das Unternehmen auf eine „KI-First“-Entwicklung umstellt. Einer der Direktoren soll Mitarbeitern dem Bericht zufolge gesagt haben, es werde keinen handgeschriebenen Code mehr geben. Die gesamte Grafik des Spiels solle demnach mit vollständigen KI-Workflows erstellt werden.