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Wer am Samstag auf die Straße geht - und was zu erwarten ist
Am Samstag soll es in zahlreichen Städten Deutschlands zu Protesten kommen. Nach den Ausschreitungen etwa in Frankreich ist die Sorge vor Gewalt groß. Zu recht? Was sagen die Sicherheitsbehörden, was Experten - und worum geht es eigentlich?
Es war zuletzt eine regelrechte Protestwelle: In Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Albanien gingen in den vergangenen Wochen Zehntausende Menschen auf die Straße. Mal ging es um Lebenshaltungskosten, mal um bessere Bildung, mal gegen Korruption. Doch immer wieder endeten die Proteste auch in Gewalt - mit Plünderungen, brennenden Barrikaden und Angriffen auf Sicherheitskräfte.
Nun wird auch in Deutschland mobilisiert. Am Samstag soll es in rund 30 Städten zu Demonstrationen kommen. Die Sicherheitsbehörden bereiten sich vor. Manche Beobachter befürchten Gewaltaktionen wie etwa in Frankreich. Andere kritisieren, dass hier bereits im Vorfeld junge Menschen kriminalisiert werden, die eigentlich nur für ein berechtigtes Anliegen demonstrieren wollen.
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Das ist gar nicht so eindeutig. Aufgerufen hat die Gruppierung "Gen Z regelt" beziehungsweise "Gen Z steht auf". Aber welche konkreten Personen dahinterstecken, ist nicht immer eindeutig. Das Impressum der Website wurde binnen einer Woche zweimal geändert, am Donnerstag stand dort eine Schweizer Anschrift. Mobilisiert wird auch in Sozialen Medien wie TikTok und Instagram und Nachrichtenkanälen wie Telegram - bundesweit wie auch lokal.
Die Bundesschülerkonferenz hatte sich deshalb auch bereits von den geplanten Protesten distanziert und das mit der "unklaren" Organisationsstruktur der Initiative begründet. Nun soll es einen eigenen Protest am 20. November in Berlin geben. Teilnehmen sollen daran auch Lehrer und andere Jugendbewegungen.
Allerdings: Jannis Julien Grimm vom Zentrum für interdisziplinäre Friedens- und Konfliktforschung der Freien Universität Berlin merkt an: Eine lose Organisationsstruktur sei für eine entstehende Protestbewegung typisch. "Gerade in frühen Mobilisierungsphasen entstehen Proteste häufig aus informellen Netzwerken, persönlichen Kontakten und digitalen Kommunikationsstrukturen", sagt er "Eine verbindliche Organisation mit klaren Zuständigkeiten, festen Sprecherrollen und einem ausgearbeiteten politischen Programm entwickelt sich, wenn überhaupt, häufig erst im weiteren Verlauf." Beispiel: Fridays for Future.
In ganz Frankreich haben mehr als 400.000 Menschen an Demonstrationen teilgenommen.
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"Gen Z regelt" versteht sich als solidarisch mit den Schülerprotesten in Frankreich. Auf der Website stehen sechs mehr oder weniger konkrete Forderungen:
Protestforscher Grimm von der Freien Universität Berlin sieht eine gemeinsame Erfahrung von politischer Ohnmacht und Unsicherheit in europäischen Ländern. "Wir sehen seit Jahren eine zunehmende Verschärfung der sozialen Ungleichheit, steigende Lebenshaltungskosten, eine vielerorts chronische Unterfinanzierung des Bildungssystems und eine Klimakrise, deren langfristige Folgen vor allem die jüngeren Generationen tragen werden", sagt er. "Hinzu kommen die zunehmende Militarisierung der europäischen Sicherheitspolitik, Debatten über Wehrpflicht und Aufrüstung sowie die Frage, wer die Kosten dieser politischen Entscheidungen tragen soll."