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heise+ | Makrofotografie im Herbst: Pilze, Tau und Spinnennetze perfekt fotografieren
Nebel, Morgentau und bunte Blätter: Makrofotografie-Experte Alexander Mett zeigt, wie der Herbst die beste Zeit für Makrofotografie wird.
An nebligen und feuchten Tagen gibt es im Fichtenwald auf dem Boden unzählige kleine, mit Wassertropfen verzierte Spinnennetze. Deren Baumeister, die Baldachinspinnen, spannen ihre Netze noch bis in den Winter hinein. Wenn Sie einen kleinen Pilz entdecken, der durch ein solches Netz wächst, wird das Bild zu einem echten Tageshighlight. Im Laubwald kommen diese Netze zwar ebenfalls vor, sind aber durch das am Boden liegende Blattwerk deutlich schwerer zu entdecken.
Der Sommer ist vorbei, nun lockt der Herbst mit neuen, anders gearteten Motiven. Zwar wird die Auswahl der typischen Protagonisten wie Spinnen und Insekten geringer als in den Wochen zuvor, dafür ändert sich die Stimmung. Die Jahreszeit sorgt für neblige Landschaften, bunt verfärbte Blätter und tauverhangene Spinnweben im nassen Gras. Morgentau und Nebel treten jetzt deutlich häufiger auf als noch im Sommer. Das liegt daran, dass es früher dunkel wird und die Natur sich länger abkühlen kann. Der Wasserdampf aus der Luft hat mehr Zeit, an Oberflächen zu kondensieren. Zudem ist die Luftfeuchtigkeit im Herbst höher.
Auf Wiesen finden Sie nun jede Menge Tautropfen. Davon profitieren Makromotive wie die bereits erwähnten Spinnennetze, aber auch Pflanzen oder das ein oder andere Insekt. Ein zweiter Lebensraum lohnt sich im Herbst auf andere Weise: der nebelverhangene Wald. Dort herrscht ein weiches, diffuses Licht, das eine fast magische Atmosphäre erschafft. Auf dem feuchten Waldboden finden Sie neben unzähligen Pilzen auch tropfenbehangene Moose und Flechten, bunt verfärbte Blätter oder Käfer, die sich am kühlen Morgen nur träge bewegen und geduldig ablichten lassen.
Alexander Mett fotografiert seit über einem Jahrzehnt extreme Makros von Insekten, vornehmlich Spinnen, und von winzigen, mystischen Pflanzen wie Moosen und Pilzen.
Wenn Sie herbstliche Makros aufnehmen möchten, dann brechen Sie für Ihr Projekt am besten frühzeitig von zu Hause auf. Sie werden die Zeit brauchen, um entspannt in feuchten Wiesen und nebligen Wäldern nach passenden Motiven zu suchen. Widmen Sie am besten jedem Lebensraum eine eigene Fototour und versuchen Sie nicht, allzu viel an einem Tag zu schaffen. Das wäre nur dann sinnvoll, wenn Sie einen Ort in Ihrem Umfeld kennen, an dem beide Gebiete in direkter Nachbarschaft zueinander liegen. Gehen Sie in diesem Fall zuerst in den Nebelwald. Denn der feine Dunst kann sich bei Sonnenschein schnell auflösen.
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