// STADT-BREMERHAVEN — FINANZA
Digitaler Euro: EZB wählt Deutsche Telekom und Telefónica als Netzwerk-Partner
von Carsten Knobloch
30. Okt. 2026 |
0
Die Europäische Zentralbank (EZB) bereitet die technische Basis für den digitalen Euro vor und hat dafür nun zwei zentrale Netzwerkdienstleister ausgewählt. Den Zuschlag für die Konnektivitätsdienste erhalten zum einen die Deutsche Telekom zusammen mit dem italienischen Bezahldienstleister Nexi und zum anderen ein Konsortium aus dem spanischen Telekommunikationskonzern Telefónica und Minsait (Indra-Gruppe).
Die Notenbank setzt dabei laut ihrer Meldung bewusst auf eine Doppelvergabe über Zehnjahresverträge. Auf diese Weise sollen Monopole vermieden und die nötige Redundanz geschaffen werden, falls ein System ausfällt oder gestört ist. Die Aufgabe der beiden Anbietergruppen besteht darin, die künftige Plattform der Währungshüter (Digital Euro Service Platform, kurz DESP) sicher mit Geschäftsbanken, Zahlungsdienstleistern und den nationalen Zentralbanken des Eurosystems zu vernetzen.
Während das Gespann aus Deutscher Telekom und Nexi bereits für die anstehende Pilotphase bereitsteht, tritt der Vertrag mit Telefónica und Minsait am 3. Mai 2027 in Kraft. Spätestens 2029 sollen beide Infrastrukturen vollständig paratstehen, um den regulären Betrieb einer potenziellen digitalen Währung abzuwickeln. Banken und Zahlungsdienstleister können sich dann aussuchen, über welchen der beiden Dienstleister sie sich anbinden wollen.
Die Netzdienste sind allerdings nur ein Teil der gesamten Infrastruktur. Die EZB hat parallel fünf weitere Pakete ausgeschrieben, darunter Software für das Betrugsmanagement, einen Verzeichnisdienst für Zahlungen per Mailadresse oder Rufnummer, Offline-Zahlungsfunktionen ohne aktive Internetverbindung sowie eine standardisierte Referenz-App.
Der digitale Euro soll herkömmliches Bargeld nicht ablösen, sondern als europäische Ergänzung zu US-Bezahldiensten wie Paypal, Mastercard oder Visa dienen. Ob und wann die Währung für Bürger tatsächlich startet, hängt allerdings noch vom politischen EU-Rechtsrahmen ab. Läuft alles nach Plan, startet 2027 der erste Pilotbetrieb, bevor 2029 die offizielle Einführung folgen könnte.
Hinweis: Dieser Artikel enthält Affiliate-Links. Kauft ihr darüber ein, erhalten wir eine kleine Provision - ohne Aufpreis für euch und ohne Einfluss auf unsere redaktionelle Meinung.