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Gibt es eine Formel für die perfekte weibliche Brust?
Was macht eine weibliche Brust attraktiv? Eine Auswertung von 40 Studien zeigt: Eine allgemeingültige Kombination aus Größe, Form und Abständen gibt es offenbar nicht. Zwar tauchen harmonische Körperproportionen, Symmetrie und die Stellung der Brustwarzen häufig als Merkmale auf, doch ihre Bedeutung hängt auch von den Betrachtern und dem kulturellen Umfeld ab.
London (England). Das Bild einer „perfekten“ weiblichen Brust lässt sich scheinbar mit festen Maßen beschreiben: mit ihrer Größe, dem Abstand zwischen Halsgrube und Brustwarze oder einem bestimmten Verhältnis von Ober- und Unterhälfte. Solche Zahlen spielen bei ästhetischen und rekonstruktiven Brustoperationen eine Rolle, weil sie individuelle Wünsche in eine planbare Form übersetzen sollen. Doch ob ein einzelnes Maß Schönheit tatsächlich vorhersagen kann, ist umstritten.
Attraktivität wird nicht losgelöst vom restlichen Körper beurteilt. Neben den Proportionen spielen die Form, persönliche Erfahrungen und kulturelle Gewohnheiten eine Rolle, während selbst ein günstiges ärztliches Urteil nach einer Operation nicht zwingend mit hoher Patientenzufriedenheit einhergeht. Damit stellt sich die Frage, welche Merkmale über verschiedene Bevölkerungsgruppen hinweg tatsächlich wiederkehren.
Forscher des University College London (UCL) um Dr. Ryan Faderani haben dazu die verfügbare Literatur in einer sogenannten Scoping-Übersicht ausgewertet. Diese Form der Forschungsübersicht ordnet vorhandene Befunde und Methoden, ohne aus stark unterschiedlichen Untersuchungen eine gemeinsame Effektgröße zu errechnen. Berücksichtigt wurden 40 Arbeiten aus den Jahren 2010 bis 2024, darunter 39 Querschnittsstudien und eine prospektive Kohortenstudie.
In 31 Arbeiten wurden vor allem Körpermaße oder Bilder im allgemeinen Bevölkerungskontext beurteilt. Neun Studien untersuchten dagegen bestimmte chirurgische Situationen, etwa Brustvergrößerungen, Rekonstruktionen nach einer Krebsbehandlung oder Brustverkleinerungen. Die Methoden reichten von anatomischen Vermessungen und Bildbewertungen bis zu Experimenten, die Blickbewegungen aufzeichneten.
Die Bestandsaufnahme zeigt: Symmetrie und stimmige Größenverhältnisse zwischen Brust, Schultern und Oberkörper wurden häufig positiv beurteilt. Auch die Wölbung der unteren Brusthälfte, ihre Projektion nach vorn und eine zur Brustform passende Position von Brustwarze und Warzenhof beeinflussten viele Attraktivitätsurteile. Für starre Zentimeterregeln, etwa einen festen Abstand von der Halsgrube zur Brustwarze, fand sich dagegen keine allgemeingültige Grundlage.
Bei der Form zeigten sich wiederkehrende, aber nicht universelle Muster. Mehrere Untersuchungen bevorzugten eine etwas vollere untere Brusthälfte und eine flachere obere Kontur. In anderen Arbeiten, darunter Studien mit asiatischen Befragten, wurde dagegen eine stärker gefüllte obere Brustpartie positiver bewertet. Auch bei der Größe gab es Unterschiede, selbst wenn mittlere Brustvolumina in vielen Bewertungen gut abschnitten.
Drei der ausgewerteten Studien erfassten mithilfe von Eye-Tracking, wohin Menschen beim Betrachten von Brustbildern schauten. Besonders häufig richtete sich der Blick auf den Bereich um die Brustwarze und die untere Brusthälfte. Die Dauer oder Häufigkeit dieser Blicke sagte jedoch nicht zuverlässig voraus, wie attraktiv das Bild anschließend eingeschätzt wurde.
Auch zwischen Laien und plastischen Chirurgen gab es Überschneidungen bei den bevorzugten Merkmalen, aber keinen vollständigen Konsens. Zudem stimmten technische oder ärztliche Bewertungen nach einer Brustoperation nicht immer mit der Zufriedenheit der Patientinnen überein. Ein gutes Messergebnis ist deshalb nicht automatisch ein gutes persönliches Ergebnis.
Ein entscheidender Vorbehalt betrifft die Herkunft der Daten. Die untersuchten Stichproben stammten häufig aus westlichen oder englischsprachigen Ländern und wurden oft online rekrutiert, während afrikanische und nahöstliche Bevölkerungsgruppen stark unterrepräsen