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USA: "Es ist eine Wahl gegen Donald Trump"
Mehrheiten in beiden Kammern - der Sieg der Demokraten bei den Midterms ist deutlich. Politikexperte Michael Werz sagt, US-Präsident Trump habe seine Gegner zusammengeschweißt. Der Blick richte sich nun auf die nächste Präsidentenwahl 2028.
NDR Info: Verlaufen die Auszählungen seit Mitternacht so, wie Sie es erwartet haben? Was nehmen Sie bisher mit aus dem Wahlausgang?
Michael Werz: Dieser Wahlausgang hat die Erwartungen der Demokraten übertroffen und auch die Erwartungen der meisten Demoskopen. Es gab ein hohes Maß an Ungewissheit darüber, wie genau die Wahlvorhersagen das Ergebnis würden prognostizieren können. Wir haben ja 2016 und auch 2020 da relativ schlechte Erfahrungen gemacht. Insofern war das eine schwierige Zeit vor der Wahl.
Nun sieht es so aus, dass die Demokraten eher überraschend sieben Sitze im Senat hinzugewinnen. Sie sind im Moment bei mehr als 18 Sitzen Zugewinn im Abgeordnetenhaus. Das heißt, es gibt deutliche Mehrheiten in beiden Kammern und das verändert die politische Situation in den Vereinigten Staaten ganz deutlich.
NDR Info: Sie haben ein besonderes Auge auf die Strategie der Demokraten. Nach der ersten Amtszeit ist Donald Trump als Präsident von einem freundlichen, erfahrenen, gewerkschaftsnahen Ex-Vizepräsident gestoppt worden. Sind die Demokraten bei diesen Parlamentswahlen breiter aufgestellt und ist das auch ein Testfeld für die künftige Aufstellung?
Werz: Ja, das ist ein Testfeld. Die Demokraten sind breiter aufgestellt. Das ist ja auch eine Diskussion, die es innerhalb der Partei gibt, die auch in Europa reflektiert wird, dass natürlich man für eine Stadt wie New York eine andere Kandidatin braucht als für die ländlichen Regionen in Ohio oder Pennsylvania. Die Bandbreite der demokratischen Partei ist enorm.
Das hängt auch mit der ideologisch engen Führung der Republikaner zusammen, die sich ja auf einen weißen, christlich geprägten Nationalismus zurückgezogen haben und dadurch die politischen Kontexte der demokratischen Partei sich dramatisch erweitert hat. Fast schon zu viel, muss man sagen. Der Punkt, den man auch sehen muss, ist, dass Donald Trump insbesondere angesichts der Heterogenität der demokratischen Partei ein unglaublich wichtiges Bindemittel ist. Und die Wahl ist eine Wahl gegen ihn gewesen.
Die schwierige Zeit für die Demokraten, die beginnt ab morgen. Und jetzt heißt es, diese Gewinne zu konsolidieren, wenn man gute Aussichten haben will, das Präsidentenamt im November 2028 zu gewinnen.
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04.11.2026
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