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Kartellamt: Rund 60 Prozent der Steuersenkung bei Benzin weitergegeben
Beim Diesel kam im Oktober laut Bundeskartellamt der Großteil der Steuersenkung an, bei Benzin deutlich weniger. Die Behörde mahnt zur Vorsicht.
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Die seit dem 1. Oktober geltende Energiesteuersenkung ist beim Diesel weitgehend, beim Benzin aber nur zum Teil an der Zapfsäule angekommen. Nach einer Schätzung des Bundeskartellamts reichten Tankstellen und Großhandel im Oktober durchschnittlich rund 90 Prozent des erneuten Tankrabatts beim Diesel an die Kunden weiter, bei Benzin waren es nur rund 60 Prozent.
Die Behörde versieht die Zahlen in ihrer Sonderauswertung der Markttransparenzstelle für Kraftstoffe allerdings mit einem Vorbehalt: Wegen verschiedener, teils gegenläufiger Preiseffekte seien die Quoten nur als Tendenz zu verstehen. Kartellamtspräsident Andreas Mundt sagte: „Die Kraftstoffpreise werden derzeit von verschiedenen, zum Teil gegenläufigen Faktoren beeinflusst. Das macht es zum Beispiel schwierig, die Weitergabe der Energiesteuersenkung richtig einzuschätzen. Wir werden aber alle für unsere Verfahren relevanten Entwicklungen sorgfältig prüfen und die Lage weiter genau beobachten.“
Die Energiesteuer sinkt bis zum 31. Dezember um 14,04 Cent je Liter, mit der entsprechend niedrigeren Mehrwertsteuer ergibt das rund 16,7 Cent brutto. Grob umgerechnet kamen damit beim Benzin etwa 10 Cent pro Liter an, beim Diesel etwa 15 Cent. Das sind allerdings Näherungswerte aus den gerundeten Quoten, keine vom Amt veröffentlichten Messwerte.
Im Monatsmittel kostete E5 laut Kartellamt 2,171 Euro je Liter, E10 2,115 Euro und Diesel 2,261 Euro. Während Benzin im Laufe des Oktobers um 4,5 Cent billiger wurde, verteuerte sich Diesel um 1,6 Cent. Die Behörde führt das auf Angebotsverknappungen im Zusammenhang mit den Kriegen in Iran und der Ukraine zurück, die den Dieselmarkt stärker treffen. Beim Benzin stehe dem unter Berufung auf Argus Media eine schwache Nachfrage bei gleichzeitiger Überproduktion gegenüber. Schon der Quartalsbericht für das dritte Quartal hatte beschädigte Raffinerien im Nahen Osten, die weiterhin gesperrte Straße von Hormus, Sorgen um die Meerenge Bab al-Mandab sowie das russische Exportverbot für Benzin und Diesel nach ukrainischen Angriffen auf Raffinerien als Preistreiber genannt. Am selben Tag, an dem Diesel ein historisches Preisniveau in Deutschland erreicht hatte, kletterte der Abstand zwischen Dieselgroßhandelspreis und Rohölpreis am 16. September mit 93,4 Cent je Liter einen Höchststand. Wie viel Diesel hierzulande konkret durch einzelne Kriegsfolgen fehlt, beziffert das Amt nicht.
Hinzu kommen regionale Unterschiede von bis zu 14,1 Cent je Liter bei E5 und 9,5 Cent bei Diesel. Im Westen tankt man vor allem Benzin teurer als im Süden und Südwesten. Ein Grund ist das Niedrigwasser im Rhein: Es verteuert den Transport per Binnenschiff in den Westen. Gleichzeitig bleiben dadurch größere Mengen in den Raffinerieregionen, die sonst den Westen beliefern, was dort die Preise drücken kann.
Wie das Amt die Quoten berechnet und welche Einflüsse es dabei herausgerechnet hat, geht aus der Mitteilung nicht hervor. Für den Tankrabatt im Frühjahr hatte die Markttransparenzstelle eine kostenbasierte Methode genutzt, die Großhandel und Tankstellen getrennt betrachtet. Damals kamen bei Diesel 82,6 und bei E5 77,8 Prozent an, die Lücke entstand vor allem an den Tankstellen.
Andere Auswertungen kommen zu abweichenden Ergebnissen, weil sie anders rechnen. Der Tankrabatt-Tracker des ifo-Instituts und der Tankrabatt-Monitor des DIW vergleichen die deutschen Preise mit denen in Frankreich, wo es keinen Rabatt gibt. Das DIW kam Mitte Oktober auf 61 bis 67 Prozent Weitergabe und betont selbst, dass das Ergebnis vom gewählten Referenztag abhängt. Mit dem 27. statt dem 30. September als Vergleichstag läge die Quote bei über 80 Prozent. Seit dem 1. November verzerrt zudem Frankreich d