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Floppy-Ende in US-Luftfahrt bis 2028
Die Aufsichtsbehörde FAA modernisiert ihre Systeme – doch noch ist die Diskette nicht ganz verschwunden.
Die US-Luftfahrtbehörde FAA hat mit dem Start eines neuen Systems das Ende der Floppy-Disk eingeläutet – eine Nachricht, die weltweit für Staunen sorgt. Der zuständige Verkehrsminister Sean Duffy zeigt sich stolz: Die Legacy-Systeme würden nun abgeschafft, über 40 Jahre nachdem sie in Betrieb genommen wurden.
Doch anders als die meisten Bebilderungen vermuten lassen, handelt es sich bei den Disketten weder um die im Büro- und Heimbetrieb früher gängigen 5¼-Zoll- noch um 3,5-Zoll-Disketten, sondern um etwa DIN-A4-breite 8-Zoll-Disketten. Denn einige wenige Restsysteme, mit denen die US-Luftfahrtbehörde arbeitet, sind Digital-Dinosaurier aus dem Mainframe-Zeitalter, in dem dieses Format noch weit verbreitet war.
Den Anstoß für die Modernisierung gab aber vor allem politischer Druck: Die FAA war nach mehreren Flugunfällen mit Personenschäden stark in die Kritik geraten. Bei vielen US-Behörden hatte die aktuelle Trump-Regierung einen rigiden Sparkurs verhängt. Dieser wird bei der FAA nun nicht durchgehalten: Für die Modernisierung der luftfahrtrelevanten Computersysteme hat der Kongress laut US-Medien bereits 12,5 Milliarden US-Dollar bewilligt, Duffy fordert weitere 30 Milliarden US-Dollar. Laut Mitteilung des US-Verkehrsministeriums soll das neue Enterprise Information Display System (E-IDS) die vier betroffenen Systeme bis Ende 2028 an 435 Standorten ablösen – also etwa bis zur nächsten Präsidentschaftswahl.
Auch in anderen Staaten ist der Abschied von historischen Datenträgern und Systemen keineswegs leicht. Dass in besonders kritischen Anwendungen gerne auf besonders gut etablierte Systeme zurückgegriffen wird, bei denen es mehr auf Verlässlichkeit als auf Geschwindigkeit ankommt, ist dabei keine Besonderheit der USA. Allerdings ist die Verfügbarkeit von Floppy-Disks in den vergangenen Jahren zum Flaschenhals geworden, denn die Produktion ist weltweit inzwischen eingestellt. In Japan besiegelte 2024 ein Regierungsbeschluss den Abschied vom Plastikdatenträger – in Deutschland etwa hat das 8-Zoll-Format sogar Verteidigungsrelevanz. Die US-Atomstreitkräfte wiederum nutzten noch bis 2019 dasselbe Datenträgerformat in einem aus den 1970er-Jahren stammenden Series/1-System von IBM.
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