// COMPUTERBASE — SALUTE
Rechenzentren in Deutschland: Wasserverbrauch soll sich bis 2030 verdoppeln
Im Zuge des KI-Booms beschleunigt sich auch in Deutschland der Ausbau von Rechenzentren. Bis 2030 könnte sich damit aber der Wasserverbrauch verdoppeln, zeigt eine Kurzstudie des Ökoinstituts, die im Auftrag von Greenpeace erstellt wurde.
Neben dem Strombedarf zählt der Wasserverbrauch zu den zentralen Kritikpunkten an den Rechenzentren. Allein im letzten Jahr haben diese den Greenpeace-Berechnungen zufolge in Deutschland 13 Milliarden Liter Wasser verbraucht. Das entspreche dem Trinkwasserbedarf einer Großstadt mit 275.000 Einwohnern.
Bis 2030 will die Bundesregierung die Kapazitäten für KI-Rechenzentren vervierfachen. Gemeinsam mit dem Ausbau steigt auch der Wasserverbrauch. Bis 2030 soll dieser auf bis zu 27 Milliarden Liter steigen, lautet die Prognose in der Greenpeace-Studie. Er verdoppelt sich demnach binnen vier Jahren.
In der Kurzstudie wurde der Wasserverbrauch der knapp 30 geplanten Mega-Rechenzentren mit mehr als 100 Megawatt Serverleistung modelliert. Der Verbrauch wird auf 200 bis 930 Millionen Liter pro Jahr geschätzt. Entscheidend ist, welche Kühltechnik verwendet wird.
Kühlsysteme mit einem vollständig geschlossenen Kühlkreislauf können den Wasserverbrauch auf nahezu Null senken. Bei Verdunstungskühlanlagen entweicht das Wasser jedoch. Laut Greenpeace nutze rund ein Drittel der derzeit rund 1.200 Rechenzentrenbetreiber in Deutschland entsprechende Anlagen.
Wassereffizienz ist also eine Frage der Technik. Nicht ganz überraschend ist es daher, dass der IT-Branchenverband in einer Anfang der Woche veröffentlichten Studie auf wesentlich freundlichere Werte für die Branche kam. 65 Prozent der Rechenzentren in Deutschland kommen demnach auf einen direkten Wasserverbrauch von 0,1 Liter je Kilowattstunde Anschlussleistung.
In der Greenpeace-Studie liegt dieser Wert bei 0,67. Die Unterschiede lassen sich durch die verwendeten Datenbestände erklären.
Tatsächlich ist es nicht so einfach, einen vollständigen Überblick zu erhalten, weil es an Informationen mangelt. So sind Betreiber zwar gesetzlich verpflichtet, ihren Verbrauch zu melden, heißt es in einem Bericht der Tagesschau. Mit der Transparenz würden diese es aber nicht so genau nehmen.
Der SWR hat bei rund 30 der größten Rechenzentrenbetreiber nach Angaben zum Strom- und Wasserverbrauch geschaut. Bei mehr als der Hälfte waren entsprechende Informationen online nicht zu finden und auch auf Nachfrage gab es oftmals keine Auskunft. Unternehmen verweigerten sich oder antworteten erst gar nicht. Zu diesen Unternehmen zählen laut dem Tagesschau-Bericht auch Marktführer wie Equinix, NTT und CloudHQ.
Menschen wüssten nicht, wie viel „Wasser die Serverfarmen wirklich verbrauchen“, sagt Linda Klapdor von Greenpeace. „Um Transparenz zu schaffen, muss die Meldepflicht schleunigst verbessert werden, besonders mit Blick auf all die geplanten Mega-Rechenzentren in Deutschland.“