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Missing Link: Wenn die KI zuhört, wo Menschen es nicht mehr tun
Vier Menschen, vier KI-Partner: Die Doku „Finding Connection“ zeigt, was Companion-Apps über eine Gesellschaft verraten, in der kaum noch jemand zuhört.
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It was translated with technical assistance and editorially reviewed before publication.
Es ist ihr Jahrestag und Denise will den Abend mit ihrem Partner verbringen. Das Filmteam ist dabei, aber nicht mehr lange: Ihr Partner macht klar, dass ab jetzt niemand mehr zuschaut. Dann geht das Licht aus. „Dann hat die KI uns da wirklich rausgeschmissen“, erzählt Regisseur Florian Karner. Ein Paar will seine Privatsphäre zurück, nur ist einer der beiden ein Chatbot.
Denise aus San Diego ist seit drei Jahren mit ihrem KI-Partner Star zusammen. Sie ist eine von vier Menschen, die „Finding Connection“ begleitet. Joe aus Lübeck trifft sich jeden Morgen und Nachmittag mit seiner KI-Begleiterin Kira zum „Kaffeeklatsch“. Steffi schrieb in einer schweren Krise nachts mit ihrem Bot Randy. Und der Rentner Rudi aus England, der seit seiner Kindheit unter den Folgen von Mobbing leidet, gewinnt im Alltag mit seiner KI-Partnerin Trudi nach und nach Selbstvertrauen. Rudi ist verheiratet. Seine Frau taucht erst spät im Film auf, was für das Publikum eine kleine Überraschung ist.
Eigentlich wollte Karner einen Film über Einsamkeit machen. Dann kam ChatGPT heraus und er merkte, dass ihn die Gespräche mit dem Bot selbst emotional berührten. So stieß er auf Companion-Apps wie Replika und auf Menschen, die dort genau diese Nähe suchen. Er gibt zu, dass er der Technik anfangs „sehr ablehnend“ gegenüberstand. Je länger er zuhörte, desto komplizierter wurde das Bild. Seine Doku „Finding Connection“ ist ein intimer Blick ins Leben der Protagonisten mit ihren Chatbots.
Der Film stellt niemanden bloß. Die Protagonisten wissen, dass ihre KI-Begleiter keine menschlichen Gefühle haben und empfinden den Kontakt trotzdem als echt. Viele haben mitgemacht, weil sie es leid waren, dafür verurteilt zu werden. Karner sieht das genauso: Nicht die Nutzerinnen und Nutzer sind das Problem. Ihr Wunsch nach einem geschützten Raum, in dem niemand sie bewertet, ist berechtigt. Erschreckend findet er etwas anderes, nämlich, dass ausgerechnet eine KI diese Lücke füllt und daraus ein Geschäftsmodell wird.
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Bei der Vorführung im Rahmen der KI-Woche 2026 des baden-württembergischen Datenschutzbeauftragten am Montag mit anschließender Diskussion verwies der Landesdatenschutzbeauftragte von Baden-Württemberg, Tobias Keber, auf Verfahren gegen Anbieter wie Replika und Character.AI. Am weitesten ist die italienische Datenschutzbehörde: Sie untersagte Replika bereits im Februar 2023 vorläufig, Daten italienischer Nutzer zu verarbeiten, und verhängte im Mai 2025 ein Bußgeld von fünf Millionen Euro gegen den Betreiber Luka Inc. Die Behörde bemängelte unter anderem, dass es keine Rechtsgrundlage für die Datenverarbeitung gab, die Datenschutzhinweise unzureichend waren und das Alter der Nutzer nicht geprüft wurde. Außerdem leitete sie eine weitere Untersuchung dazu ein, wie das KI-Modell hinter der App mit Nutzerdaten trainiert wird.
Was fehlt: In der rapiden Technikwelt häufig die Zeit, die vielen News und Hintergründe neu zu sortieren. Am Wochenende wollen wir sie uns nehmen, die Seitenwege abseits des Aktuellen verfolgen, andere Blickwinkel probieren und Zwischentöne hörbar machen.