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Resonance: A Plague Tale Legacy – Asobo Studio erteilt generativer KI eine klare Absage
Der Entwickler hinter dem kommenden Action-Adventure setzt voll auf menschliche Kreativität und sieht die neue Technik als Gefahr für originelles Design.
Der französische Entwickler Asobo, Schöpfer der Plague Tale-Reihe und der Microsoft-Flight-Simulator-Spiele, glaubt nicht, dass kleinere Teams generative KI-Tools nutzen müssen, um mit größeren Studios zu konkurrieren.
Das erzählte mir Eric Chort, Producer von Resonance: A Plague Tale Legacy, kürzlich auf einem Presse-Event. Er bezog sich dabei auf Asobos cineastische Action-Adventure-Reihe, die vergleichsweise kleine Teams entwickelt haben. Zum Vergleich: Laut Chort arbeiteten etwa 40 Leute an A Plague Tale: Innocence, während das Sequel A Plague Tale: Requiem von rund 70 Personen gestemmt wurde. An Resonance: A Plague Tale Legacy sitzt aktuell ein ähnlich großes Team.
A Plague Tale ist also keine Reihe, die über riesige Ressourcen verfügt. Theoretisch wäre das eigentlich der ideale Nährboden für den Einsatz generativer KI. Aber nicht für Asobo.
"Wir nutzen sie also nicht und wir wollen es auch gar nicht", erzählte mir Chort. "Es ist eine bewusste Entscheidung. Wir glauben, dass unsere Spiele bei den Fans, der Community und den Kritikern so gut ankommen, weil sie originell sind – weil wir einzigartige Settings, einzigartige Charaktere und eine besondere Art Direction haben. All das ist aus unserer Sicht durch KI ziemlich in Gefahr. Wir wollen einfach dabei bleiben, wie wir Spiele entwickeln, und uns genau das vor Augen halten: unsere Kreativität und unsere Authentizität."
"Wenn es darum geht, ein Triple-A-Erlebnis abzuliefern, obwohl wir eigentlich ein kleines Double-A-Team sind: Da sehen wir KI nicht als Lösung", fuhr er fort. "Wir lassen das Ganze bei unserer täglichen Arbeit lieber organischer wachsen und versuchen, clever an die Entwicklung heranzugehen. Ein lineares Spiel beizubehalten, ist zum Beispiel ein Weg, um bei der Grafik und ähnlichen Dingen mit Triple-A mitzuhalten. Aber wenn ihr ein Open-World-Spiel macht, okay, dann wird es verdammt schwer. Da habt ihr dann ein Problem. An dem Punkt müsste man überlegen: Okay, vielleicht ist KI eine Lösung? Aber wir würden uns nicht dafür entscheiden. Unsere Frage wäre eher: Okay, können wir wachsen, um das selbst produzieren zu können?"
Das Studio in Bordeaux ist in der Branche einzigartig aufgestellt: Während man für Microsoft mit dem Flight Simulator die technische Speerspitze samt Cloud-Daten entwickelt, bleibt die Plague Tale-Marke bewusst ein intimes, handgemachtes AA-Projekt mit starkem Fokus auf Art Direction.
"Wir verzichten lieber ganz darauf", fügte er hinzu, "und bewahren uns unsere Kreativität. Asobo ist wie eine Familie. Bei uns arbeiten viele Veteranen, die schon sehr lange im Studio sind, aber auch viele junge Leute. Wir setzen also ganz klar auf Menschen. So denken wir über die Produktion."
Es ist erfrischend zu hören, dass solche Werte in einer Welt, in der der Druck zur Nutzung generativer KI-Technologien wächst, noch hochgehalten werden. Erst diese Woche konntet ihr den Aufruhr um das neue Crazy-Taxi-Spiel miterleben, weil es einen KI-Hinweis enthält. Und ihr habt vielleicht gesehen, wie der legendäre Spieldesigner Hideo Kojima zurückrudern musste, nachdem er in einem mit KI-Tools erstellten Prada-Video zu sehen war. Dennoch fühlt sich die breite Akzeptanz dieser Technologie unaufhaltsam an. Vielleicht gibt es ja, wie Konrad Tomaszkiewicz, Director von The Blood of Dawnwalker, sagte, einen Weg für Studios, generative KI für Routineaufgaben zu nutzen, ohne die Kreativität eines Projekts zu verwässern.
Resonance: A Plague Tale Legacy erscheint am 27. Oktober für PC (Steam, Epic), PlayStation 5, Xbox Series S/X und im Game Pass.