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Rhythm Paradise Groove angespielt: Sortiert Freunde ohne Taktgefühl sofort aus
Nintendos musikalisches Switch-Spektakel kombiniert skurrile Minispiele mit einem neuen Rhythmus-RPG und gnadenlosem Koop-Multiplayer für die nächste Party.
Die Nintendo Switch verabschiedet sich mit einem Musical. Wobei Rhythm Paradise Groove eher eine Ansammlung verschiedener Minispiele ist, die darüber hinaus ein paar charmante Abenteuer bietet, zu denen man gerne den Kopf im Takt mitwippt. Als ich bei Nintendo eine Stunde lang schon zahlreiche Modi des am 2. Juli erscheinenden Musik-Spektakels ausprobierte, war es extrem lustig zu beobachten, wie sich der ganze Raum aus Nerds in ein headbangendes Publikum verwandelte, das auf den Handheld starrte. Wir sangen, lachten und summten selbst bei den kleinen Leveln schon alle mit.
Oben im Video hört und seht ihr übrigens, was für ein Taktgefühl ihr für Rhythm Paradise Groove wirklich an den Tag legen müsst.
Dieser Titel ist bereits der fünfte Eintrag im Rhythm-Heaven-Franchise, das Nintendo zusammen mit dem Musiklabel TNX entwickelt. Hinter TNX verbirgt sich der legendäre Produzent Mitsuo Terada (auch bekannt als Tsunku ♂), der für seine zahlreichen Beiträge zur Idol-Kultur Japans berühmt geworden ist. Er macht übrigens weiter Musik, obwohl er keine Stimmbänder mehr hat. Da habe ich keinerlei Zweifel an seiner Hingabe zum Medium. Und wenn ihr mit hohen, schrillen Pop-Stimmen nichts anfangen könnt, keine Sorge, im Spiel findet man nur selten Referenzen auf seinen musikalischen Werdegang. Die Musik ist minimalistisch und beschäftigt sich in erster Linie mit eurem Taktgefühl.
Die Serie startete 2006 in Japan auf dem Game Boy Advance. Nach massiven Erfolgen auf Nintendo DS, Wii und dem 3DS (Megamix, 2015) feiert das Kult-Franchise nun nach jahrelanger Pause sein Comeback auf der Nintendo Switch.
Mich führte keine Geschichte durch die kurzen Level, wie beispielsweise bei WarioWare. Nur eine Note erklärt euch, was zu tun ist. Sogar mit deutscher Synchronisation. Die könnte aber auf Dauer auch nerven, also gibt's die Option, ihre Stimme ganz auszuschalten. Die verschiedenen Minispiele warten dann mit unterschiedlichen Aufgaben auf euch. Ganz klassisch müsst ihr mal eine Taste im Takt drücken, mal zwei, um einen Regenschirm melodisch auf- und zuzuklappen, Mal sollt ihr aber bis sieben runterzählen oder als kleiner Dino Pflanzensporen auffangen. Das Design der einzelnen Abschnitte ist schlicht gehalten, aber dennoch sehr liebevoll gestaltet. Wie man darauf kommt, frisbeefangende Hunde, Regenschirme oder den Prozess des Gemüseschneidens für den Rhythmus zu nutzen, sprengt meine Fantasie und macht deshalb jeden Fortschritt unberechenbar.
Am Ende wird euer erlerntes Taktgefühl durch einen Remix auf die Probe gestellt, der alle Minispiele durcheinander abfragt. Schafft ihr es, im Flow zu bleiben, ergibt sich ein lebendiger Wirbel aus audiovisuellen Reizen, durch den ihr am Ende voller Adrenalin ausgespuckt werdet. Ein bisschen so, als hättet ihr zwei Minuten in Highspeed durch TikTok gescrollt.
Außerhalb der schnellen Rhythmuslevel gibt es noch einen RPG-Modus und den Mehrspieler. Beim Rollenspiel-Abenteuer helft ihr einer Heldin durch einen klassischen Dungeon mit Monstern. Sie hat Feuerattacken oder kann sich heilen, wobei der Takt auch hier die entscheidende Rolle spielt (siehe Video). Schafft ihr es, eure Rhythmusknoten punktgenau zu treffen, teilt ihr mehr Schaden aus oder heilt großzügiger Lebenspunkte. Das wird beim Boss am Ende des Levels dann wichtig. Da ich erstmal nur zwei Kapitel dieses Formats spielen konnte, weiß ich nicht, wie viel aus den Rhythmus-Zaubern rausgeholt wird, oder ob es am Ende etwas abnutzt. Aber ich fand diese Art, zu kämpfen, total unterhaltsam. Mir ist zudem durchweg aufgefallen, dass man die Augen auch schließen und nur mit Takt und Musik arbeiten kann, manchmal hilft das sogar, wenn visuelle Reize ablenken.
Was nicht hilft, sind aber Freunde, die kein Rhythmusgefühl haben (oder andere Journalisten, liebe Grüße!). So gibt es im Mehrspieler verschieden