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Amazon Kindle Scribe Colorsoft (2026) im Test: Farbdisplay und neue KI-Funktionen, aber der Käfig schrumpft
Der Scribe Colorsoft überzeugt mit guter Farbdarstellung, scharfem Schriftbild und neuen KI-Funktionen, die einen hohen Mehrwert bieten. Amazons Plattform bleibt durch zahlreiche Einschränkungen aber weiterhin ein goldener Käfig, während die Konkurrenz offenere und flexiblere Lösungen mit größerem Funktionsumfang bietet.
Ende September hatte Amazon die dritte Generation seines E-Notes Kindle Scribe vorgestellt, die gegenüber dem Vorgänger nicht nur mit einem neuen Design sowie verbesserter Technik aufwartete, sondern nun auch mit Farb-Display erhältlich war. In diesem Test sollen vor allem die Unterschiede zwischen der aktuellen Generation und ihrem Vorgänger hervorgehoben werden. Alle weiteren Aspekte sind dem letzten Test zu entnehmen.
Die ersten Unterschiede sind bereits mit bloßem Auge zu erkennen, denn beim diesjährigen Scribe ist der vormals vorhandene „Steg“ auf der linken Seite, der erstmals mit dem Kindle Oasis (Test) eingeführt wurde und bislang einen großen Teil der Technik beinhaltete, verschwunden. Damit fallen die Ränder auf allen Seiten nun symmetrischer und schmaler aus, was den Scribe trotz des mittlerweile auf elf Zoll angewachsenen Bildschirms dennoch kompakter als den Vorgänger und damit eher wie ein Tablet als wie zuvor wie einen E-Book-Reader erscheinen lässt. Dies ist nicht zuletzt auch der neuen Beleuchtung zuzuschreiben, bei der die verkleinerten Leuchtdioden nun näher am Display anliegen. Dazu aber später mehr. Die neue Gestaltung könnte allerdings auch mit einem Nachteil verbunden sein, denn durch die breitere Seite ließen sich die vorherigen Generationen des E-Notes für manche Nutzer besser halten, während diese gleichzeitig vor Fehleingaben schützte.
Die genannten Aspekte schlagen sich auch in den veränderten Abmessungen von 189 × 245 mm nieder, wobei die Fläche trotz des größeren Bildschirms nahezu unverändert bleibt. Gleiches gilt für die Dicke, die Amazon zwar werbewirksam nutzt, die mit 5,4 mm gegenüber vormals 5,8 mm aber zu vernachlässigen ist. Auch das Gewicht konnte von 433 g auf nunmehr 400 g reduziert werden, wodurch das E-Note noch etwas besser in der Hand liegt. Dennoch könnte der neue Scribe in die gleiche Falle tappen wie zuvor zahlreiche Tablet-Hersteller, die bei ihren Neuerungen vor allem auf die geringe Dicke zu Marketingzwecken gesetzt hatten: So könnten sich auch hier Ergonomie und Haptik verschlechtert haben, sodass das E-Note in manchen Händen weniger gut zu halten ist.
Mit der neuen Gestaltung sind zudem weitere Änderungen einhergegangen: So ist der USB-C-Anschluss von der Seite, wie von anderen Geräten gewohnt, an die Unterseite gewandert, der Einschaltknopf hingegen an die Oberseite. Kleine, in jeder Ecke auf der Rückseite angebrachte Gummistopper sorgen zuverlässig dafür, dass das E-Note beim Schreiben nicht über den Tisch rutscht.
Im Gegensatz zum Kindle Colorsoft besitzt der große Bruder keinen Wasserschutz nach IPX8, womit er sich nicht für Wasserspiele in der Badewanne eignet.
Das Display ist gegenüber dem Vorgänger von 10,2 auf 11 Zoll angewachsen, was auch eine leichte Erhöhung der Auflösung auf 1.980 × 2.640 Pixel mit sich bringt. Die Pixeldichte liegt dadurch weiterhin bei 300 ppi, womit Inhalte auch beim neuen Modell scharf dargestellt werden.
Amazon nutzt beim neuen Scribe ein neues Frontlichtsystem, das nun nicht nur auf kleinere Nitrid-Leuchtdioden setzt, sondern diese zudem in doppelter Anzahl verbaut und aufgrund der laut Hersteller vorgenommenen „Miniaturisierung“ näher am Bildschirm positioniert. Dies soll nicht nur für eine höhere, sondern gleichzeitig auch für eine gleichmäßigere Beleuchtung sorgen. Amazon gibt die maximale Helligkeit nun mit 100 cd/m² an, was in den Messungen beim Scribe Colorsoft mit durchschnittlich 103 cd/m² sogar leicht überschritten wurde. Die Ausleuchtung selbst fällt allerdings nicht ganz so gleichmäßig aus, wie Amazon angibt, denn bei maximaler Helligkeit sind Unterschiede von bis zu 11 cd/m² auszumachen. Dieser Umstand dü