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Amazon steigert Umsatz und Gewinne deutlich - vor allem im Cloud-Geschäft
Amazon wächst besonders im Cloud-Bereich enorm, aber das Handelsgeschäft blüht ebenfalls. Da auch der Ausblick weiteres Wachstum verspricht, springt die Aktie.
Amazon ist im vergangenen Vierteljahr erneut weiter gewachsen. Der Nettoumsatz im Handelsgeschäft ist um 20 Prozent gestiegen, aber der Cloud-Bereich ist aufgrund anhaltend hoher Nachfrage nach KI-Rechenkapazitäten sogar um 37 Prozent gewachsen. Das erfordert Investitionen, die der Konzern von zuvor 200 aufgrund gestiegener Speicherpreise jetzt auf 220 Milliarden US-Dollar für dieses Jahr anhebt. Trotzdem ist der Aktienkurs zeitweise um 10 Prozent nach oben geschnellt, denn der Ausblick verspricht weiteres Wachstum.
Das ist eine Trendwende gegenüber dem letzten Jahr, als Amazon mehr umsetzte als erwartet, die Prognose Anleger jedoch zweifeln ließ. Die Erwartungen hat der Konzern aber auch dieses Jahr wieder übertroffen. Im Ende Juni abgeschlossenen zweiten Quartal verzeichnete Amazon einen Nettoumsatz von insgesamt 200,6 Milliarden Dollar. Analysten hatten im Schnitt mit 196,5 Milliarden Dollar gerechnet. Dabei ist das Handelsgeschäft in den USA im Vergleich zum Vorjahr um 16 Prozent auf 116,2 Milliarden Dollar und international um 15 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar gestiegen. Einen größeren Satz machte die Cloud-Sparte AWS (Amazon Web Services), deren Umsatz im Jahresabstand sogar um 37 Prozent auf 42,2 Milliarden Dollar gesprungen ist.
Der Betriebsgewinn ist im zweiten Quartal insgesamt um 43 Prozent auf 27,5 Milliarden Dollar gestiegen, wobei das US-Handelsgeschäft stärker zulegen konnte. In den USA stieg der Betriebsgewinn im Jahresvergleich um 21 Prozent auf 9,1 Milliarden Dollar, international aber nur um 13 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar. Übertroffen wird dies erneut von AWS, denn der Betriebsgewinn aus Cloud-Geschäften ist um enorme 63 Prozent auf 16,6 Milliarden Dollar gestiegen. Der Nettogewinn sprang konzernweit auf 62,6 Milliarden Dollar, aber das führt Amazon auf 53,4 Milliarden Dollar aus Investitionen in die KI-Firma Anthropic zurück.
„AWS boomt und verzeichnete im zweiten Quartal ein Wachstum von 36,7 Prozent gegenüber dem Vorjahr – das schnellste Wachstum seit 18 Quartalen, während unsere Geschäftsbereiche für KI und Chips jeweils eine annualisierte Umsatzrate von mehr als 25 Milliarden US-Dollar übertrafen“, erklärt Amazon-Chef Andy Jassy. Denn neben der weiter steigenden KI-Nutzung sind demnach auch Amazons eigene ARM-Chips der Marken Trainium und Graviton stärker nachgefragt.
Im Gespräch mit Analysten und Investoren schloss Jassy laut CNBC auch weitere Investitionen in AWS als die jetzt für dieses Jahr veranschlagten 220 Milliarden Dollar nicht aus. „Selbst bei diesem Volumen werden wir nicht über genügend Kapazität verfügen, um die gesamte Nachfrage des Jahres 2026 zu decken, und ich gehe davon aus, dass sich diese Situation auch im Jahr 2027 so darstellen wird“, sagte er. „Tatsächlich ist die Nachfrage, die wir bereits für 2028 haben, bemerkenswert.“
Konkret erwartet Amazon für das laufende dritte Quartal Umsätze zwischen 197 und 202 Milliarden Dollar. Das wären zwischen 9 und 12 Prozent mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres, als AWS das Wachstum bei Amazon ebenfalls angetrieben hatte. Analysten hatten für die Prognose allerdings mit rund 204 Milliarden Dollar gerechnet. Trotzdem sind die Anleger begeistert. Im nachbörslichen Handel ist die Amazon-Aktie um mehr als 9 Prozent gestiegen.
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