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Microsofts eingestellter Metaverse-Pionier „AltspaceVR“ kehrt zurück
Die einst von Microsoft eingestellte Social-VR-Plattform „AltspaceVR“ wird unter neuer Führung wiederbelebt und modernisiert.
Während sich andere Social-VR-Größen zurückziehen, kehrt mit „AltspaceVR“ ein Urgestein zurück.
Shane Harris, Chef der alternativen App-Plattform „SideQuest“, hat die Namensrechte an „AltspaceVR“ erworben und will noch dieses Jahr einen Nachfolger starten. Das gab Harris in einem Reddit-Beitrag bekannt. Es handelt sich dabei ausdrücklich nicht um eine Wiederinbetriebnahme der früheren Microsoft-Software. Stattdessen spricht Harris von einem „spirituellen Nachfolger“, der für ein heutiges Publikum komplett neu entwickelt wird. Zum Start soll die Plattform etwa dem Funktionalitätsumfang entsprechen, den das originale „AltspaceVR“ zwischen 2016 und 2017 hatte.
Harris arbeitet für das Projekt mit mehreren Mitgliedern des ursprünglichen „Altspace“-Teams zusammen. Unter anderem sei der damalige Konzeptdesigner beteiligt, um die ikonischen Avatare zeitgemäß zu überarbeiten. Zusätzlich soll die neue Fassung auch individuelle Avatare unterstützen. In den kommenden Wochen und Monaten will Harris regelmäßig über den Fortschritt informieren.
Harris hat eine lange Verbindung zur „Altspace“-Community. Für die ursprüngliche Plattform entwickelte er ein bei der Community beliebtes Tool namens „Shane's Editor“, mit dem sich eigene Räume gestalten ließen. Als er dieses Tool später als eigenständige App für die erste Oculus Quest bei Meta einreichte, lehnte der Konzern die Veröffentlichung ab. Harris gründete daraufhin mit „SideQuest“ eine Plattform, über die Entwickler ihre Quest-Apps per Sideloading anbieten konnten, um nicht an Metas damals strengen Store-Richtlinien abzuprallen.
„SideQuest“ wuchs über die Jahre auf Millionen von Nutzenden und hat sich breiter aufgestellt: Es betreibt mit „Banter“ eine eigene Social-VR-Plattform und kooperiert mit der Khronos Group zur Förderung des offenen Standards OpenXR. Allerdings blieb auch SideQuest von Rückschlägen nicht verschont und musste im Februar 2025 Stellen abbauen.
„AltspaceVR“ wurde ursprünglich 2013 von Eric Romo gegründet und ging im Mai 2015 an den Start. Die Pionierplattform der Social-VR-Szene bot öffentliche VR-Räume, die unter anderem für Comedy-Shows, Seminare oder Spieleabende genutzt wurden, lange bevor Meta das „Metaverse“ für sich entdeckte. 2017 stand das junge Start-up jedoch kurz vor dem Aus, als eine Finanzierungsrunde platzte. Getrieben vom damaligen VR-Hype, sprang Microsoft ein und übernahm „Altspace“.
Die Plattform wurde Teil der Windows Mixed-Reality-Sparte und lief weitere sechs Jahre, bevor Microsoft im Zuge großer Sparmaßnahmen 2023 endgültig den Stecker zog. Offiziell verwies das Unternehmen auf die Verlagerung seiner Ressourcen hin zu Microsoft Mesh, das aber Ende 2025 in seiner eigenständigen Form ebenfalls eingestellt wurde.
Ob Harris' Neustart in einem Marktumfeld bestehen kann, in dem selbst milliardenschwere Projekte wie Metas „Horizon Worlds“ scheiterten, bleibt abzuwarten.
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