// LINUX-MAGAZIN — LINUX & OPEN SOURCE
Eclipse Foundation und OWASP bereiten Branche auf Cyber Resilience Act vor
Die Eclipse Foundation und das Open Worldwide Application Security Project, kurz OWASP, wollen bei der Sicherheit von Open-Source-Software künftig enger zusammenarbeiten. Beide Organisationen unterzeichneten eine Absichtserklärung, um gemeinsame Hilfen für Entwickler, Projektverantwortliche und Unternehmen zu erarbeiten. Ein Schwerpunkt liegt auf der Vorbereitung auf den Cyber Resilience Act der Europäischen Union.
Das Gesetz schreibt für Produkte mit digitalen Komponenten verbindliche Anforderungen an die Cybersicherheit vor. Ab dem 11. September 2026 müssen Hersteller schwerwiegende Sicherheitslücken und Vorfälle melden. Außerdem benötigen sie Verfahren, um Sicherheitsprobleme zu erkennen, zu bewerten und zu dokumentieren.
Der Cyber Resilience Act bezieht erstmals auch Organisationen ein, die Open-Source-Projekte dauerhaft betreuen. Sie übernehmen zwar andere Aufgaben als Hersteller, sollen jedoch die sichere Entwicklung freier Software unterstützen, den Umgang mit Sicherheitslücken verbessern und die Zusammenarbeit innerhalb der Open-Source-Gemeinschaft fördern.
Die beiden Organisationen wollen unter anderem bestehende Sicherheitsstandards besser aufeinander abstimmen, Schulungsangebote entwickeln und Informationen zu den neuen gesetzlichen Vorgaben bereitstellen. Darüber hinaus planen sie Handlungsempfehlungen für die Betreuung von Open-Source-Projekten, Online-Seminare zum Cyber Resilience Act sowie Materialien für den Einsatz von Software-Stücklisten. Diese Verzeichnisse dokumentieren sämtliche Bestandteile einer Software und erleichtern die Nachverfolgung von Sicherheitsrisiken innerhalb der Lieferkette.
Die europäischen Vorgaben betreffen auch Unternehmen außerhalb der Europäischen Union, sofern sie Produkte mit digitalen Komponenten auf dem europäischen Markt anbieten. Dazu gehört insbesondere der sichere Einsatz und die Dokumentation von Open-Source-Software.
Nach dem Bericht „State of Open Source 2026“ des Softwareunternehmens OpenLogic enthalten mehr als 96 Prozent aller kommerziellen Softwareprojekte Open-Source-Komponenten. Die neuen gesetzlichen Anforderungen gewinnen deshalb weit über Europa hinaus an Bedeutung.
Die Eclipse Foundation und OWASP arbeiten bereits gemeinsam in der Open Regulatory Compliance Working Group. In dieser Arbeitsgruppe entwickeln Open-Source-Organisationen, Unternehmen und weitere Beteiligte Praxishilfen für den Umgang mit neuen regulatorischen Anforderungen in der Softwareentwicklung. Nach Angaben beider Organisationen soll die Zusammenarbeit bestehende Sicherheitskonzepte ergänzen und ihre Anwendung erleichtern.
In der Europäischen Union gelten ab dem 31. Juli 2026 neue Vorschriften, die Reparaturen gegenüber dem Kauf neuer Produkte fördern sollen. Ziel ist es, die Lebensdauer von Haushalts- und Elektronikgeräten zu verlängern, den Ressourcenverbrauch zu senken und weniger Abfall entstehen zu lassen.
Sicherheitsforscher der Nozomi Networks Labs haben die Schadsoftware Tengu analysiert, eine Weiterentwicklung der bekannten Mirai-Malware für Linux-basierte IoT- und Netzwerk-Geräte. Nach Einschätzung der Analysten beschränkt sich Tengu nicht mehr allein auf verteilte...
Das GCC Steering Committee hat Regeln zum Umgang mit Künstlicher Intelligenz beschlossen. Demnach lehnen die Entwickler der Compiler-Suite per Sprachmodell erzeugte (Code-)Beiträge grundsätzlich ab – bis auf den Einsatz bei Tests.