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Wie Diebe nachts Lastwagen aufschlitzen und Ware klauen
Im Dunkeln kundschaften Kriminelle an Autobahnen Lkw aus - und wenn die Fahrer schlafen, schlagen sie zu. Der Schaden ist immens: Waren im Wert von 1,3 Milliarden Euro werden jährlich so gestohlen, schätzen Experten.
Es ist kurz vor Mitternacht und stockdunkel an der Autobahnraststätte Kersdorfer See nahe dem brandenburgischen Briesen. Hier an der Autobahn 12 parkt ein Lastwagen neben dem anderen. Viele Fahrer schlafen in den Kabinen. Genau dann ist ihre Ladung aber in Gefahr.
Denn Diebe nutzen die Nacht, um die Planen der Wagen aufzuschlitzen. "Ein typischer Sichelschnitt." Polizeihauptmeister Frank Huth deutet auf einen halbkreisförmigen Schlitz in einer Lkw-Plane. "Da gucken die Täter oder der Täter rein. Die können das besser abklappen, als wenn er einen geraden Schnitt hat." Erst nach dem Blick hinter die Planen entscheiden viele Kriminelle, ob sich die Beute lohnt.
Zusammen mit Polizeihauptkommissar Silvio Grabow leuchtet Huth die Lastwagen mit einer Taschenlampe ab. Seit mehr als 20 Jahren fahren die beiden Beamten der Autobahnpolizei Fürstenwalde auf Streife. An diesem Tag steuern sie sechs Raststätten an der Autobahn 12 an.
"Es wird alles gestohlen", erläutert Grabow. "Von 40 Tonnen Haribo-Ladung bis hin zu Sportschuhen, Fahrrädern, TV-Geräten." Die Täter erbeuteten auch Sprit, ergänzt der Polizist. "1.000 Liter Diesel, mal 500 Liter Diesel aus den Tanks. Es ist alles dabei."
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Wirtschaftsverbände schätzen, dass bundesweit jedes Jahr rund 26.000 Lkw-Ladungen gestohlen werden. Statistisch bedeute das alle 20 Minuten ein neuer Fall, erklärt der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV). Die Schäden für Waren lägen jährlich bei rund 1,3 Milliarden Euro. Dazu kämen 900 Millionen Euro auf Grund von Folgeschäden wie Konventionalstrafen, Umsatzeinbußen und Produktionsausfällen.
"Jeder dritte Frachtdiebstahl passiert während des Parkens", sagt GDV-Hauptgeschäftsführer Jörg Asmussen. "Die gut organisierten Verbrecher stehlen dabei Millionenwerte und wenden teilweise rücksichtslos Gewalt gegen die Fahrer an."
Europamagazin
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