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Flüsse erreichen neue Tiefststände durch Niedrigwasser
Die Wasserstände der Flüsse sinken weiter, teils auf neue Tiefstände. Die Lage droht, sich weiter zu verschlechtern. Langfristig könnte weniger Wasserabfluss Entlastung bringen. Vor allem für die Landwirtschaft hätte das Folgen.
Anhaltende Hitze und kaum Regen - es ist eine extreme Lage für Deutschlands Flüsse. Vielerorts steht das Wasser niedrig, fast täglich werden neue Tiefstände gemessen. Vom Rhein wurden am Pegel Kaub (zwischen Mainz und Koblenz) nur noch 24 Zentimeter gemessen, womit der bisher niedrigste bekannte Wasserstand im Jahr 2018 noch um einen Zentimeter unterschritten wurde, wie aus den von der Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes veröffentlichten Pegelwerten hervorging.
Auch in Köln und Duisburg lagen die Rhein-Pegel am Morgen unter den bisherigen Tiefstmarken. In Düsseldorf erreichte der Pegel das Niveau des bisherigen Tiefstpunktes von 2018. Den Vorhersagen zufolge könnten die Pegel am Rhein in den kommenden Tagen wegen ausbleibender Niederschläge noch weiter sinken.
Angespannt ist die Lage auch in Magdeburg. Am Pegel Magdeburg-Strombrücke ist der Wasserstand der Elbe auf den bisherigen Tiefstwert von 45 Zentimetern gesunken. Schätzungen zufolge könnte der Wasserstand am Freitag auf bis zu 40 Zentimeter sinken.
Teils neue Tiefstände wurden ebenso von der Donau gemeldet. Für Pfelling im Kreis Straubing-Bogen gab die Wasserstraßen- und Schifffahrtsverwaltung am Morgen einen Pegel von 216 Zentimetern an, das waren fünf Zentimeter unter dem bislang niedrigsten bekannten Wasserstand.
Nach Angaben der Bundesanstalt für Gewässerkunde wurden die Niedrigwassermarken in vielen Gewässerabschnitten in diesem Jahr "ungewöhnlich früh" unterschritten.
Interview
03.08.2026
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Es müsse grundsätzlich umgedacht werden beim Umgang mit Wasser, fordert Klaus Röttcher, ein Experte für Wasserkreislauf und Wasserwirtschaft. "In der Vergangenheit haben wir dafür gesorgt, dass das Wasser möglichst schnell abfließt in Richtung der Meere", erläuterte der Professor der Ostfalia Hochschule bei tagesschau24. Um sich vor Niedrigwasser infolge des Klimawandels zu schützen, müsse versucht werden, "diesen Trend umzudrehen", so Röttcher.
Gelinge das, "dann würden auch wieder die Abflüsse in den Gewässern steigen, die Grundwasserspiegel steigen und wir hätten einen Teil der Probleme, die wir jetzt im Moment sehen, nicht mehr". Als mögliche Ansatzpunkte nannte Röttcher den Rückbau von Drainagen oder Gräben, etwa in der Landwirtschaft, die weitaus mehr Fläche in Anspruch nehme als Versiegelung in Städten. "Dadurch, dass wir das Wasser langsamer machen, kann eben mehr Wasser in den Untergrund eindringen, in tiefere Schichten versickern und dann zur Neubildung des Grundwassers beitragen", so der Experte.