// TAGESSCHAU AUSLAND — MONDO
Haben die USA zu wenig Raketen für eine Eskalation mit Iran?
Berichte mehrerer Medien erzürnen die Trump-Regierung. Demnach seien die Raketen-Bestände des US-Militärs drastisch geschrumpft. Dies habe auch die Entscheidung über neue Angriffe auf Iran beeinflusst. Das Pentagon dementiert energisch.
Diese Nachrichten kommen für die US-Regierung zur Unzeit: Seit Tagen berichten mehrere internationale Medien darüber, dass der US-Armee ihre Abwehrraketen und Raketen mit großer Reichweite ausgehen. Die Meldungen fallen in eine Zeit, in der US-Präsident Donald Trump wechselweise schwere Angriffe auf Iran androht, Verhandlungen mit Vertretern Teherans verkündet und von einem bevorstehenden Abkommen mit Teheran spricht.
Die Berichte zeichnen indes ein anderes Bild von den militärischen Fähigkeiten des USA. Demnach habe der hohe Verbrauch der vergangenen Monate nicht nur Einfluss auf die Frage, ob man Iran erneut massiv angreife, sondern auch auf das strategische Gleichgewicht im asiatisch-pazifischen Raum. Die Ukraine wiederum spürt die knapperen Bestände schon jetzt - mit erheblichen Folgen. Die US-Regierung bestreitet die Berichte vehement.
Auslöser der Debatten sind vor allem drei Berichte: Ende Juli hatte die US-Denkfabrik Center for Strategic and International Studies (CSIS) ein Papier veröffentlicht, demzufolge den USA noch bis zu knapp 830 "Patriot"-Abwehrraketen zur Verfügung stünden. Vor dem Iran-Krieg seien es geschätzt rund 2.300 gewesen.
Der Bestand an THAAD-Abwehrraketen, die Kurz- und Mittelstreckenraketen abwehren können, sei seit Kriegsbeginn von 452 auf 278 zurückgegangen. Das CSIS vertiefte damit eine Analyse vom vergangenen April, in dem es die Folgen des Iran-Kriegs für künftige militärische Auseinandersetzungen beleuchtete.
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Zu Wochenbeginn berichteten dann der US-TV-Sender CNN sowie die Nachrichtenagentur Reuters über interne Erhebungen des US-Verteidigungsministeriums. Demnach sei der Vorrat an offensiven Flugkörpern vom Typ Army Tactical Missile Systems (ATACMS) und Precision Strike Missiles (PrSM) großteils aufgebraucht. "Nahezu alle" dieser Waffen seien eingesetzt worden, zitiert Reuters zwei namentlich nicht genannte Insider.
ATACMS-Raketen haben eine Reichweite von bis zu 300 Kilometern und werden nicht nur gegen Iran, sondern auch von der Ukraine im Abwehrkrieg gegen Russland eingesetzt. Sie sollen langfristig durch PrSM mit größerer Reichweite ersetzt werden.
Darüber hinaus hätten die USA seit Beginn des Iran-Kriegs rund die Hälfte ihres weltweiten Bestands an "Tomahawks" verbraucht, berichtete Reuters weiter. Diese Marschflugkörper werden von Schiffen und U-Booten gestartet. Über den hohen Verbrauch an "Tomahawk"-Raketen hatte zuvor auch CNN berichtet.
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