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Company of Heroes: Entwickler erklären, wie der Klassiker das Strategie-Genre für immer veränderte
Zum 20. Jubiläum spendiert Relic dem ersten Teil eine Definitive Edition. Im neuen Interview verrät die Chef-Entwicklerin das geniale Erfolgsgeheimnis von 2006.
Den 20. Geburtstag des Klassikers Company of Heroes feiert Relic im September mit der Veröffentlichung einer Definitive Edition. Damit wird das Strategiespiel aufgehübscht und modernisiert, wenngleich es kein vollwertiges Remake ist.
Während der Titel technisch auf den aktuellen Stand gebracht wird, ändert sich spielerisch nicht viel – denn das zeitlose Gameplay funktioniert auch heute noch problemlos. Aber was genau sind denn die wichtigsten Elemente, durch die das Original das RTS-Genre nach seinem Release im Jahr 2006 für immer verändert hat?
"Für uns sind es im Kern zwei Dinge, die damals zusammenkamen und das Genre nachhaltig geprägt haben.", erläutert Executive Producer Denise Christie im Gespräch mit Eurogamer.de. "Erstens: Die Einheiten besaßen einen Selbsterhaltungstrieb. Das waren keine stumpfen Spielzeugsoldaten. Sie suchten von sich aus Deckung, auch ohne direkten Befehl. Sie reagierten auf feindliches Feuer."
"Das verlieh ihnen ein Gewicht und eine Persönlichkeit, die es so in RTS-Titeln bis dato einfach nicht gab. Dadurch baute man eine emotionale Bindung zu den Truppen auf, die bei anderen Spielen schlicht fehlte."
Hinzu kommt die vollständige Zerstörbarkeit der Umgebung: "Gebäude stürzten ein. Es bildeten sich riesige Krater. Artilleriefeuer formte die Map während des Gefechts völlig neu. Eine Deckung, die zu Beginn des Matches noch da war, war am Ende vielleicht längst Schutt und Asche. Dadurch wirkte jede Map unglaublich lebendig. Selbst auf exakt demselben Terrain glich kein Match dem anderen. Zusammen haben diese beiden Elemente das Genre massiv weiterentwickelt: Ihr habt plötzlich nicht mehr nur Einheiten verwaltet, sondern echte Soldaten kommandiert. Dieser Unterschied prägt die Branche bis heute."
Zwar ist gerade Company of Heroes 3 der aktuellste Teil der Reihe, doch zum Jubiläum ließ es sich Relic nicht nehmen, den Fokus wieder auf das Original zu lenken: "Mit diesem Spiel hat einfach alles angefangen", erklärt Christie. "Company of Heroes hat 2006 nicht nur ein Franchise begründet, sondern die kompletten Erwartungen an Strategiespiele auf den Kopf gestellt. Das Deckungssystem, die emotionale Bindung an die einzelnen Squads, die zerstörbaren Umgebungen – selbst nach zwanzig Jahren schauen sich andere Spiele diese Mechaniken noch ab. Wenn wir das zum zwanzigsten Geburtstag nicht gebührend gefeiert hätten, wäre das eine verpasste Chance gewesen. Das hätten wir bereut."
"Es gibt aber auch einen ganz praktischen Grund: Ein riesiger Teil unserer Community hat sich genau das gewünscht. Besonders nach dem tollen Feedback zu Dawn of War: Definitive Edition.", fügt sie hinzu.
Das im Warhammer-40.000-Universum angesiedelte Echtzeitstrategiespiel aus dem Jahr 2004 stammt ebenfalls von Relic und gilt als direkter technologischer Vorläufer, auf dessen Gerüst Company of Heroes später aufbaute.
"Wer damals mit COH1 aufgewachsen ist, will das Spiel heute wieder zocken – und zwar so, dass es auf aktueller Hardware auch reibungslos läuft. Und neue Spieler, die die Reihe vielleicht erst durch COH3 oder Final Stand für sich entdecken, verdienen es, die Anfänge des Franchise in der bestmöglichen Version zu erleben. Das Jubiläum bot den perfekten Anlass dafür. Aber erst die Community hat es zur richtigen Entscheidung gemacht."