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Bilger will Boni bei der Bahn mehr an Ziele knüpfen - und bekommt Zuspruch
Mit weniger Bonuszahlungen bei mangelnder Pünktlichkeit will der neue Verkehrsminister den Handlungsdruck bei der Bahn verstärken. Neu ist die Idee nicht - der CDU-Politiker Bilger erhielt aber schnell Zuspruch auch aus anderen Parteien.
Verfehlt die Deutsche Bahn die Ziele, die der Bund ihr vorgibt, soll es künftig weniger Boni für die Führungsebene geben. Damit will der neue Bundesverkehrsminister Steffen Bilger (CDU) den Druck auf die Bahn und ihre Pünktlichkeit erhöhen - und erhält parteiübergreifend Zuspruch.
"Ich begrüße es ausdrücklich, dass Verkehrsminister Bilger die Bonuszahlungen der Bahn-Manager an die Pünktlichkeit koppeln will", sagte Isabell Cademartori, Obfrau der SPD im Verkehrsausschuss des Bundestages, dem Tagesspiegel. "Die Menschen erwarten, dass die Bahn zuverlässiger wird. Als Politik stellen wir Rekordinvestitionen für die Infrastruktur zur Verfügung und erwarten, dass sich das auch in der Pünktlichkeit zeigt."
Der neue Verkehrsminister Bilger will die Probleme "nach und nach" lösen.
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Auch die Grünen befürworteten die Pläne grundsätzlich, forderten zugleich aber deutlich mehr Investitionen in die Schieneninfrastruktur. "Klar erwarten Menschen, dass Bonuszahlungen an Zielerreichungen wie ein verlässlicher Personenverkehr geknüpft sind - allerdings liegt die Ursache für Verspätungen und Zugausfälle vor allem darin, dass seit Jahrzehnten vom Bund viel zu wenig Geld in die Schieneninfrastruktur investiert wurde", sagte die stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Grünen, Julia Verlinden, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.
Thüringens Digital- und Infrastrukturminister, Steffen Schütz (BSW), sagte dem Tagesspiegel, er habe einst als Unternehmer "nur Sonderzahlungen erhalten, wenn Ziele zu 100 Prozent erreicht" worden seien. "Bei der DB gelten da andere Maßstäbe. Es ist für die Kunden und erst recht für die Beschäftigten der Bahn nicht nachvollziehbar, dass der DB-Konzernvorstand Ziele viel zu niedrig setzt und dann auch noch deren Unterbietung belohnt", sagte Schütz.
Der Winter setzt der Bahn zu: Nur rund die Hälfte aller Züge waren im Januar pünktlich.
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Der Ehrenvorsitzende des Fahrgastverbands Pro Bahn, Karl-Peter Naumann, begrüßte Bilgers Pläne ebenfalls. Zugleich forderte er den Bund auf, nicht nur Druck auf den Konzern auszuüben, sondern auch seine eigenen Aufgaben zu erfüllen.
"Grundsätzlich ist es richtig, wenn der Eigentümer eindeutige Vorgaben macht und diese auch kontrolliert", sagte Naumann den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Daran habe es in der Vergangenheit gefehlt. Gleichzeitig müsse der Bund der Bahn ausreichend Finanzmittel zur Verfügung stellen und deren zielgerichtete Verwendung kontrollieren. "Auch daran fehlte es in der Vergangenheit."
Neu ist die Idee, Bonuszahlungen bei der Bahn an Pünktlichkeit zu knüpfen, allerdings nicht: Auch Bilgers Amtsvorgänger Patrick Schnieder (CDU) hatte in einem Strategiepapier angekündigt, die variable Vergütung der Vorstände und Führungskräfte mehr an die Ziele der Bahn zu koppeln.