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KI braucht Rechenzentren - aber welche braucht Deutschland?
Deutschland will fit für das KI-Zeitalter werden. Doch der Ausbau stößt an Grenzen: Strom, Netze und Flächen sind knapp. Experten sagen, entscheidend sei nicht, mehr Rechenzentren zu bauen - sondern die richtigen.
Wer Bilder mit Künstlicher Intelligenz erstellen lässt oder intelligente Suchmaschinen nutzt, sieht meist nur eine Eingabemaske. Im Hintergrund arbeiten jedoch riesige Rechenzentren - Hallen voller Computer, die Daten verarbeiten und KI-Modelle trainieren.
Mit dem Boom der Künstlichen Intelligenz wächst weltweit der Bedarf an Rechenleistung. Vor allem das Training großer Sprachmodelle und komplexe KI-Anwendungen benötigen Tausende Spezialprozessoren gleichzeitig. Entsprechend investieren Staaten und Unternehmen Milliarden in neue Rechenzentren.
Der deutsche Halbleiterkonzern Infineon eröffnet heute eine neue Chipfabrik am Standort Dresden.
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Auch Deutschland will beim Ausbau mithalten. Die Bundesregierung hat in diesem Jahr deshalb erstmals eine nationale Rechenzentrumsstrategie beschlossen. Bis 2030 soll sich die Rechenzentrumskapazität in Deutschland mindestens verdoppeln, die Kapazität für KI und Hochleistungsrechnern sogar vervierfachen. Insgesamt 28 Maßnahmen sollen den Ausbau beschleunigen.
Für Dennis Kenji-Kipker, IT-Experte vom cyberintelligence.institute, ist die Strategie ein wichtiger Schritt: "Für deutsche Verhältnisse ist es der erste kohärente KI-Rahmen, den wir überhaupt haben - mit konkreten Zahlen, belastbaren Zielen und Maßnahmen", sagt er im Gespräch mit der ARD-Finanzredaktion.
Große KI-Rechenzentren erzeugen jede Menge Abwärme. Doch oft verpufft sie ungenutzt.
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Die Strategie setzt auf drei Schwerpunkte: Energie und Nachhaltigkeit, Standorte und Flächen sowie Technologie und digitale Souveränität. Konkret sollen laut der Strategie Genehmigungsverfahren beschleunigt, neue Standorte erschlossen und wettbewerbsfähige Strompreise ermöglicht werden. Gleichzeitig setzt die Strategie auf energieeffizientere Rechenzentren, eine stärkere Nutzung erneuerbarer Energien und die Nutzung von Abwärme.
Die Strategie allein werde Deutschland zwar nicht zur Weltspitze machen. Sie sei aber eine notwendige Voraussetzung, damit das Land bei einer Schlüsseltechnologie nicht weiter zurückfalle, so Kipker. Tatsächlich ist der Abstand zu Vorreiter-Ländern groß.
Deutschland besitzt ungefähr drei Gigawatt Rechenzentrumsleistung. Das geht aus einer Studie des Digitalverbands Bitkom hervor. Zum Vergleich: Die USA verfügen demnach über mehr als 48 Gigawatt - also sechzehnmal so viel. Die zehn größten US-Rechenzentren verfügen zusammen ungefähr über dieselbe Leistung wie alle deutschen Rechenzentren insgesamt.