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Digitalisierung - Ganz Deutschland verschläft die Digitalisierung. Ganz Deutschland? Nein! Ein kleiner Landkreis in Niedersachsen zeigt seit 10 Jahren, wie es funktionieren kann
Im Landkreis Grafschaft Bentheim läut schon heute fast alles rein digital ab. (Bild: d.velop)
Dass die Digitalisierung in deutschen Ämtern und Behörden nur schleppend vorangeht, ist kein Geheimnis. Ein Landkreis in Niedersachsen zeigt aber, dass es auch anders geht.
Der große Unterschied ist dabei, dass man nicht auf Lösungen vom Bund oder den Ländern gewartet hat.
Wer in Deutschland mit Ämtern und Behörden zu tun hat, kann sich in vielen Fällen schon mal auf lange Wartezeiten einstellen. Oft wird nahezu jedes Dokument einzeln auf dem Postweg hin- und hergeschickt.
Ein Blick auf den EU-Digitalisierungsbericht 2026 zeigt etwa, dass Deutschland bei den digitalen Bürgerservices deutlich unter dem EU-Durchschnitt liegt. In anderen Kategorien sind wir zudem weit abgeschlagen.
Als Gründe für die schleppende Digitalisierung werden immer wieder die schiere Größe Deutschlands und die oft unklaren Aufgabenverteilungen angeführt. Viele Ämter warten darauf, dass ihnen eine Lösung vom Staat oder den Ländern präsentiert wird.
Im Landkreis Grafschaft Bentheim hat man hingegen nicht gewartet und schon vor über zehn Jahren damit begonnen, eigene Lösungen zu entwickeln und zu integrieren. Heute dient der Landkreis als Vorbild für viele andere (via Heise).
Der Landkreis Grafschaft Bentheim hat dabei eng mit der Software-Firma d.velop zusammengearbeitet. Schon 2013 wurde etwa die erste Fallakte im Jobcenter digitalisiert. Der erste Versuch wurde dann in den Folgejahren immer weiter ausgebaut.
Wie Jens Geers, der CDO der Stabstelle Digitalisierung & Organisation des Landkreises, erzählt, hat man dabei von Beginn an eine klare Strategie verfolgt:
»Wir haben uns entschieden, unseren eigenen Digitalisierungsweg zu gehen – von der Strategie her erst einmal die Verwaltung von innen digitalisieren, um einen Mehrwert aus der Digitalisierung für die Mitarbeitenden zu haben. Auf der anderen Seite aber auch die Bürgerinnen und Bürger direkt einzubinden.«