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Gold ist wieder gefragt: Zehn Prozent über Jahrestiefstpreis
Am Rohstoffmarkt fällt der Goldpreis mit einer deutlichen Erholung auf. Das hat vor allem mit den Zinserwartungen zu tun. Daneben zeichnen sich aber auch andere Kurstreiber ab.
Es tut sich was am Goldmarkt. Seit einigen Tagen zieht der Goldpreis kräftig an. Erstmals seit Mitte Juni kostet eine Feinunze (31,1 Gramm) wieder mehr als 4.300 Dollar. Seit dem Jahrestief von 3.943 Dollar Ende Juni hat sich die Notierung mit aktuell 4.340 Dollar um gut zehn Prozent erholt.
Was hat diese Kursbewegung ausgelöst? Beobachter machen vor allem eine Veränderung bei den Zinserwartungen aus. Zuletzt ist die Wahrscheinlichkeit, dass die amerikanische Notenbank Federal Reserve (Fed) schon im September den Leitzins erhöht, wieder zurückgegangen.
Noch Ende Juli waren die meisten Marktteilnehmer von einer Zinserhöhung ausgegangen. Laut dem Fed Watch Tool der Chicagoer Terminbörse CME hat der Wind aber zuletzt wieder gedreht und eine Mehrheit geht wieder von unveränderten Zinsen aus. Dazu trug auch der enttäuschend ausgefallene Arbeitsmarktbericht am Freitag bei, der die Furcht vor einem baldigen Zinsschritt der Fed zerstreute.
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Trotz der Erholung liegt der Goldpreis aber noch deutlich unter seinen Rekordständen von Ende Januar. Damals wurden für eine Feinunze nach einer für die Anlageklasse beispiellosen Rally fast 5.600 Dollar bezahlt.
Ende 2023 hatte eine Feinunze noch etwas mehr als 2.000 Dollar gekostet. Dann folgte, getrieben von Kriegen, Handelskonflikten, sinkenden Zinsen, der hohen Staatsverschuldung und Zentralbankkäufen der historische Anstieg.
Damit hatte Gold seiner klassischen Rolle als "sicherer Hafen" in Krisenzeiten entsprochen. Der Iran-Krieg seit Ende Februar zeigte jedoch, dass diese Kausalität nicht immer entscheidend ist. In manchen Phasen scheint Gold als Krisenmetall geradezu zu versagen.
Das liegt im Wesentlichen am Zusammenhang von Krisen und Zinsumfeld: Der Krieg am Persischen Golf ist das typische Beispiel einer Krise, die nicht für steigende Goldpreise spricht, sondern eher dagegen. Denn die im Zuge des Konflikts heftig gestiegenen Ölpreise heizen die Inflation an, und damit die Erwartung, dass die Zentralbanken der Welt mit Zinserhöhungen reagieren werden.