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Marktbericht: Geht die Börsenrally weiter?
Schwindende Hoffnungen auf eine Öffnung der Straße von Hormus haben der Wall Street Kursverluste eingebrockt. Der DAX zeigt unverändert stärke und könnte einen neuen Anlauf wagen, seine Bestmarke zu knacken.
Nach dem jüngsten Rekordlauf sind Anleger zurückhaltender geworden. Gestern gab der Leitindex DAX anfängliche Gewinne wieder ab und ging kaum verändert mit 26.323 Punkten aus dem Handel. Dafür verantwortlich auch die Entwicklungen im Nahen Osten. Zuletzt wurden Hoffnungen auf eine baldige Öffnung der Straße von Hormus gedämpft. Vor Börsenstart erwarten Broker den DAX 0,2 Prozent im Plus.
Ein gutes Gewinnwachstum der DAX-Unternehmen trotz hoher Energiepreise, "gepaart mit moderaten Bewertungen und zurückhaltender Anlegerstimmung, erzeugen ein konstruktives Umfeld für den DAX", schreibt Analyst Jochen Stanzl von der Consorsbank. Mit Blick auf den Nahostkonflikt hätten sich die Marktakteure mittlerweile "an eine Situation zwischen Hoffen und Bangen gewöhnt und sich angesichts der wechselhaften Nachrichtenlage ein dickes Fell wachsen lassen".
Für US-Präsident Donald Trump jedenfalls scheint das Ringen um eine Öffnung der wichtigen Meerenge beendet zu sein. Nach einer Minenräumung sei die Meerenge für Schiffe wieder befahrbar und werde "zu 100 Prozent" von den USA kontrolliert, sagte er im Weißen Haus. Außerdem verlangte Trump vom Iran Entschädigungen für Menschen, die seiner Darstellung nach in Kriegen, bei Angriffen und Protesten getötet wurden. Die Regierung in Teheran hatte ihrerseits Entschädigungszahlungen gefordert.
Angesichts der geringeren Zuversicht der Anleger in eine Lösung der Nahost-Krise stieg der Preis für Öl. Ein Fass der Nordseesorte Brent verteuerte sich gestern um fast sieben Prozent auf 87,91 Dollar. Auch US-Rohöl kletterte um etwa fünf Prozent auf 82,13 Dollar pro Barrel. Eine Wiedereröffnung der Ölroute durch die Meerenge könnte die Sorgen vor höheren Energiepreisen lindern. Diese schüren Inflationsängste und die Befürchtung, dass die Zentralbanken die Zinsen anheben müssten.
US-Präsident Trump ändert seine Taktik gegen Iran: Er setzt auf einen wirtschaftlichen Kollaps des Landes.
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Zinsspekulationen und die Entwicklungen in Nahost haben auch der Wall Street am Montag Kursverluste eingebrockt. Der Dow-Jones-Index der Standardwerte schloss 0,1 Prozent tiefer auf 53.976 Punkten. Der breiter gefasste S&P 500 gab ebenfalls 0,1 Prozent auf 7753 Zähler nach. Der Index der Technologiebörse Nasdaq verlor 0,3 Prozent auf 26.605 Punkte.
Der US-Chipkonzern Nvidia will gemeinsam mit sechs großen Finanzinstituten mehr als 500 Milliarden Dollar an Kapital für den Ausbau von KI-Infrastruktur mobilisieren. Zum Projekt gehört, in großem Stil Investorengelder für Fonds zum Ausbau von Rechenzentren mit Chipsystemen von Nvidia anzulocken, teilte Nvidia mit. An der Partnerschaft beteiligen sich unter anderem die US-Großbank Goldman Sachs sowie die Investmentfirmen Apollo, Blackrock und KKR. Unklar ist, in welchem Zeitraum das Geld gesammelt werden soll.
Nvidia ist der mit Abstand führende Anbieter von Chipsystemen für Training und Betrieb Künstlicher Intelligenz. Vor allem Cloud-Schwergewichte wie Amazon, Google, Microsoft und Meta stecken gerade hunderte Milliarden Dollar in KI-Rechenzentren. Nvidia kaufte sich in den vergangenen Monaten zum Teil selbst bei KI-Firmen ein, die im Gegenzug die Erlöse in Technik des Chipkonzerns investieren. Diese Kreislauf-Deals werden an der Börse zum Teil mit Sorge betrachtet.
Der KI-Boom wird stärker über Schulden finanziert - Tech-Konzerne nehmen am Anleihemarkt Milliarden auf.
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