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Spaniens Provinzen hoffen auf die "SoFi"-Touristen
Schutzbrillen, Eis in Sonnenform, Sonderangebote und vor allem viele Besucher - die Sonnenfinsternis soll Spanien einen wirtschaftlichen Schub bescheren. Vor allem in der Provinz hoffen die Menschen auf "SoFi-Touristen".
Los Olmos ist ein kleines Dorf in der spanischen Provinz Teruel ungefähr in der Mitte zwischen Madrid und Barcelona. 111 Einwohner und sehr wenig los, wie diese Frau erzählt. "Du gehst tagsüber aus dem Haus und kannst problemlos eine ganze Straße entlanggehen, ohne jemanden zu sehen, außer den Kätzchen oder Hündchen." Es sei niemand da. "Wir haben das Glück, an einer Nationalstraße zu liegen, auf der täglich mehrere Busse vorbeikommen, um ins Krankenhaus zu fahren." Nur einmal die Woche komme ein Arzt ins Dorf.
Jetzt aber rührt sich doch etwas: die Sonnenfinsternis. Und Los Olmos liegt mitten in der Zone der Totalität - also da, wo die Sonne komplett hinter dem Mond verschwindet. In Spanien sieht man das zum ersten Mal seit 1905.
In der Bar von Los Olmos ist man entsprechend gespannt. "Es ist sehr aufregend", sagt Angelines Martín. "Das ist etwas, das wir nur einmal sehen werden. Die Jungen vielleicht schon nochmal, aber wir nicht, und wir haben es noch nie gesehen. Und wenn wir die Gelegenheit heute nutzen, werden wir es danach nicht mehr sehen."
Am Mittwoch ist in Spanien die totale Sonnenfinsternis zu sehen. Wegen der Waldbrände gelten strenge Regeln.
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Los Olmos ist ein klassisches Beispiel für die España Vaciada, das entvölkerte Spanien. 84 Prozent der Bevölkerung drängen sich im Land auf nur 16 Prozent des Staatsgebiets. Die übrigen Spanierinnen und Spanier haben sehr viel Platz, aber auch kaum wirtschaftliche Perspektiven. Die Provinz Teruel ist besonders betroffen.
Nun aber gibt es eben diesen Hoffnungsschimmer: die Eclipse Solar, die Sonnenfinsternis.
Ein Eis am Stiel als untergehende Sonne, ein Shopping-Center, das eine Sonnenfinsternis-Brille bei Einkäufen ab 20 Euro spendiert und eine Tourismuskampagne: Überall im Land versucht man, aus der Sonnenfinsternis Geld zu machen. Warum also nicht auch im entvölkerten Teruel?
Und tatsächlich gibt es ein paar erfreuliche Fakten. Die Reiseplattform Airbnb hat untersuchen lassen, welche Effekte die Sonnenfinsternis haben könnte. "Die Hälfte der ausländischen Suchanfragen kommt aus den USA, Großbritannien und Frankreich, und noch einmal ein Drittel aus den Niederlanden, Belgien, Deutschland und Italien. Also zusätzlich zu den Spaniern, die die Sonnenfinsternis nutzen, um mal andere Gegenden ihrer Heimat kennenzulernen, gibt es einen kräftigen Zustrom an internationalen Touristen", berichtet Sara Rodríguez von Airbnb.
Konkret heißt das: Die Sonnenfinsternis wird laut der Untersuchung in diesem Jahr gut 400 Millionen Euro in die ländlichen Gemeinden Spaniens spülen und mehr als 7.000 Vollzeitarbeitsplätze schaffen. Das ist für die gesamte spanische Volkswirtschaft mit einem Bruttoinlandsprodukt von knapp zwei Billionen Euro natürlich nur eine sehr geringe Summe.