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Signal führt automatische Schlüsselverifikation ein
von Benjamin Mamerow
12. Aug. 2026 |
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Eigentlich sollte man bei Signal ab und zu die Sicherheitsnummer eines Kontakts überprüfen – so zumindest in der Theorie. In der Praxis vergleicht aber kaum jemand freiwillig lange Zahlenketten oder scannt beim nächsten Treffen einen QR-Code, nur um sicherzugehen, dass die Verschlüsselung wirklich sauber läuft.
Signal will hier nun mit seiner Key Transparency eine Lösung anbieten, die genau diesen Schritt überflüssig macht, ohne dabei an Sicherheit zu verlieren. Bei der Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gehört zu jedem Account ein Schlüsselpaar. Der private Schlüssel bleibt auf dem eigenen Gerät und wird nie weitergegeben, während der öffentliche Schlüssel zentral bei Signal gespeichert wird, damit Kontakte überhaupt Nachrichten verschlüsseln können.
Genau hier entsteht ein theoretisches Risiko. Würde jemand den Server kompromittieren, könnte ein falscher öffentlicher Schlüssel eingeschleust werden. Der bisherige Schutz davor, der manuelle Zahlenabgleich über einen zweiten Kommunikationsweg, wurde im Alltag schlicht zu selten genutzt.
Kern von Key Transparency ist ein manipulationssicheres Protokoll, in dem jede Änderung an einem Schlüssel dauerhaft und in der richtigen Reihenfolge festgehalten wird – vergleichbar mit einem Logbuch, das sich nachträglich nicht mehr verändern lässt. Damit die Clients nicht das ganze Verzeichnis durchsuchen müssen, gibt es eine Indexstruktur, über die sich per Binärsuche schnell herausfinden lässt, welcher Schlüssel für einen bestimmten Account aktuell gültig ist.
Wichtig: Zusätzlich schauen unabhängige Auditoren regelmäßig auf das gesamte Verzeichnis, damit auch gezielte Manipulationen einzelner Konten auffallen würden. Auf dieser Basis vergleicht die Signal-App im Hintergrund automatisch, ob ein öffentlicher Schlüssel mit dem weltweit einsehbaren, geprüften Datenbestand übereinstimmt.
Für die Nutzung ändert sich dabei wenig am gewohnten Ablauf. Im Profil eines Kontakts findet sich weiterhin der Punkt „Sicherheitsnummer anzeigen“, dort lässt sich nun der Schalter „Automatisch verifizieren“ aktivieren. Stimmt der hinterlegte Schlüssel mit dem Verzeichnis überein, erscheint ein grünes Häkchen mit dem Hinweis „Verschlüsselung verifiziert“.
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