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Kriegsgefangene aus Afrika in der Ukraine: Russlands vergessene Kämpfer
Russland setzt im Krieg gegen die Ukraine auch ausländische Soldaten ein. Manche werden mit falschen Versprechen gelockt. Geraten sie in Kriegsgefangenschaft, müssen sie realisieren: Russland kümmert sich nicht mehr um sie.
Auf bis zu 4.000 schätzt die Internationale Liga für Menschenrechte die Zahl der Söldner aus afrikanischen Ländern in den Reihen der russischen Armee. Einer von ihnen war Hassan (Name geändert), der aus Ägypten stammt. In einem Gefängnis für Kriegsgefangene in der Ukraine ist er einer von vielen Nicht-Russen, die die Ukraine im Krieg gefangen genommen hat.
Überprüfen lassen sich Hassans Aussagen nicht, als Kriegsgefangener dürfen Journalisten nur mit Hassan sprechen, wenn ukrainisches Sicherheitspersonal dabei ist. Hassan berichtet, er habe schon vor Kriegsbeginn in Russland gelebt: "Ich habe in Russland Wirtschaftswissenschaften studiert, mein Bruder ist auch dort, und meine Frau ist Russin."
Andere Männer aus afrikanischen Ländern kommen vor allem aus westafrikanischen Ländern wie Nigeria, Ghana, Sierra Leone oder Kamerun, aber auch Gefangene aus anderen Teilen Afrikas sind hier. Die Internationale Liga für Menschenrechte schätzt, dass die Anzahl ausländischer Kämpfer zwischen September 2025 und Februar 2026 in den Reihen Russlands um ein Drittel gestiegen ist.
Auch in diesem Gefängnis zeigt sich das: Von den etwa 200 Gefangenen, die die Reporter bei ihrem Besuch im Gefängnis sehen, sind etwa die Hälfte aus dem Ausland.
Unter dem Vorwand lukrativer Jobangebote werden immer wieder junge Afrikaner nach Russland gelockt.
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Hassan sagt, er habe sich nicht als Soldat gemeldet: "Sie sagten mir, mach dir keine Sorgen, du wirst in der Sicherheitsbranche arbeiten, aber nicht an der Front." Wenig später geht es dann doch dorthin: "Auf einmal war ich im Camp und habe trainiert: Da habe ich verstanden, dass ich kämpfen soll und es nicht mehr in meiner Hand liegt - ich muss kämpfen, weil der Kommandant es sagt."
Viele der Afrikaner hier bestätigen Hassans Darstellung, sagen, sie seien mit falschen Versprechungen nach Russland gelockt worden. Auch die Internationale Liga für Menschenrechte stellt das fest: "Viele potenzielle Kämpfer wurden durch irreführende Stellenbeschreibungen angelockt, beispielsweise durch Versprechungen einer zivilen Anstellung in Russland, militärischer Aufgaben fernab der Front oder eines erleichterten Zugangs nach Europa."
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Der Vorteil für Russland liegt auf der Hand: Werden gezielt Ausländer rekrutiert statt Russen, bekommt das in Russland kaum Aufmerksamkeit. Außerdem kosten Ausländer die russische Armee viel weniger als russische Männer. Formal gelten die ausländischen Kämpfer für die Ukraine als Russen, auch wenn sie ägyptische Staatsbürger wie Hassan sind.