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Phishing-Wellen: Cyberangriffe auf IT-Dienstleister für Hotels
Nach einem Sicherheitsvorfall bei einem österreichischen IT-Dienstleister sehen sich Hotels mit gezielten Phishing-Angriffen auf ihre Gäste konfrontiert.
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Mitten in der Ferienzeit häufen sich erfolgreiche Angriffe auf IT-Dienstleister der Hotelbranche. Gäste erhalten derzeit vermehrt täuschend echt wirkende Phishing-Nachrichten, die sie zu Zahlungen oder zur Preisgabe von Kreditkartendaten drängen.
Einer der aktuellen Fälle betrifft den österreichischen IT-Dienstleister Seekda. Nach einem Phishing-Angriff informiert Seekda erste Betroffene über ungewöhnliche Zugriffsmuster auf seine Systeme. Das genaue Ausmaß des Sicherheitsvorfalls sei bisher nicht abschließend ersichtlich. Seekda bietet Hotels Software für die Verwaltung von Buchungen, Vertriebskanälen und weiteren Hotelprozessen an.
Gäste verschiedener Hotels erhalten indes täuschend echt wirkende Nachrichten von unterschiedlichen Accounts der Kriminellen. Infolge einer Anfrage teilt Seekda in einer automatisierten Eingangsbestätigung mit: „Aufgrund einer aktuellen Phishing-Welle ist unser Team derzeit ausschließlich mit der Bearbeitung der betroffenen Fälle beschäftigt. Wir bitten Sie daher, in dieser Zeit von anderen Anfragen abzusehen, damit wir uns auf die Sicherheitsvorfälle konzentrieren können“, um das Ticketaufkommen nicht weiter zu erhöhen. Bei betroffene Kunden melde sich das Unternehmen „umgehend zurück“. Erste Hotels haben gegenüber heise online bereits bestätigt, vermehrt mit Phishing-Vorfällen zu tun zu haben.
Eine Hotelkundin wandte sich an ihr Hotel, nachdem sie per WhatsApp von einem vermeintlichen Booking.com-Mitarbeiter die Aufforderung erhalten hatte, sie solle ihre Buchung innerhalb von zwölf Stunden bestätigen, obwohl der Aufenthalt bereits vollständig bezahlt war. Zur angeblichen Bestätigung sollte sie über einen Link erneut Kreditkartendaten einschließlich des Kartenprüfcodes CVV eingeben.
Auffällig ist, dass die Kriminellen nicht nur den Namen des gebuchten Hotels, sondern auch zutreffende An- und Abreisedaten kennen. Die Kriminellen drohen mit einer Stornierung, sofern die Kunden die Buchung nicht bestätigen. Auffällig ist, dass sich die Formulierungen und die Account-Namen der verschiedenen Phishing-Nachrichten unterscheiden – trotz gleicher Ziele. Die Angreifer verwenden Domains, die einen Bezug zu Hotelreservierungen suggerieren, etwa bookcheckarrival-gueststayhotel.com. Ein Krimineller kontaktierte eine Kundin über eine Telefonnummer mit der Vorwahl des Vereinigten Königreichs und nannte seinen Account„Total Acces“, nutzt allerdings ein Bild, auf dem eine Frau zu sehen ist, die wie eine freundliche Hotelmitarbeiterin aussieht. Ein anderer Account mit indischer Ländervorwahl nutzt den Namen „Bombae“.
Zwar wirken die Accounts selbst weniger authentisch, dass die Täter offenbar individuelle Reisedaten kennen, erhöht die Glaubwürdigkeit der Betrugsversuche jedoch. Ob die Kriminellen dabei auf Buchungs- oder Kontaktdaten aus Systemen betroffener Hotels zugreifen konnten und welche Daten ihnen im Einzelnen vorliegen, ist bislang nicht geklärt.
Der Dienstleister teilte betroffenen Hotels mit, der Vorfall werde mit „höchster Priorität“ untersucht. Wie viele Hotels konkret betroffen sind, ist derzeit noch unklar. Ebenfalls offen ist, wann und auf welchem Weg die Angreifer Zugriff auf mögliche Buchungs- und Kontaktdaten erhalten haben. Welche Daten genau betroffen sind und wie viele Gäste die Kriminellen bereits kontaktiert haben, ist ebenfalls nicht bekannt.
Zeitgleich warnt auch der Hotel- und Gaststättenverband DEHOGA Nordrhein vor vermehrten Phishing- und Betrugsversuchen gegen Hotelgäste. Dem Verband zufolge erhalten Betroffene derzeit „täuschend echt wirkende Nachrichten per WhatsApp, SMS oder E-Mail“. Darin würden sie zu kurzfristigen Zahlungen, zur Eingabe von Zahlungs- oder Kreditkartendaten o