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Halo-Mitentwickler ärgert sich über ein Detail, das ihr bei jedem Start von Campaign Evolved seht
Der "Vater des Master Chiefs" Marcus Lehto meckert über den Look der Blutsväter-Technologie in Halo: Campaign Evolved. Der neue Ring sei "verdammt hässlich".
Für Halo: Campaign Evolved ist es eine bewegte Release-Phase. Obwohl der Titel gute Bewertungen einfahren konnte, bleiben die Verkaufszahlen auf der PS5 hinter den Erwartungen zurück. Dort haben sich die verhältnismäßig lieblos umgesetzten Ports von Black Ops 1 und 2 offenbar sechzehnmal besser verkauft als der Microsoft-Titel. Kurz nach dem Verkaufsstart wurden zahlreiche Verträge von freien Mitarbeitern beendet. Und auch die Community stoßen einige der mechanischen und künstlerischen Änderungen sauer auf.
Die neueste Kritik an Campaign Evolved kommt von Halo-Miterfinder und „Vater des Master Chiefs“ Marcus Lehto. Er stört sich an den Änderungen, die Entwickler Halo Studios an der uralten Blutsväter-Technologie vorgenommen hat – jenem Element, auf dem ein Großteil des Spiels basiert. Kurzer Hintergrund für Nicht-Kenner: Der Halo-Ring, auf dem ihr landet, ist in Wahrheit ein gigantisches technologisches Konstrukt, das von einer inzwischen ausgestorbenen Alien-Rasse erbaut wurde. Wie Halo Studios dieses physische Erbe nun inszeniert, stößt bei Lehto auf wenig Begeisterung.
„Die Technologie der Blutsväter bestand zwar aus Metall (nicht aus Stein), aber sie war auch alt, riesig, lebendig – und ein Grabmal für das Grauen, das darin lauerte“, schreibt er in einem Tweet. „Sie hatte Hunderte Jahrtausende voller Konflikte überdauert. Im Spiel sieht sie jetzt aber aus wie glänzendes Metall, das vor ein paar Jahren frisch gegossen wurde.“ Dazu postet er ein Vergleichsbild, das ihr euch unten ansehen könnt.
Dieser Ring – oder eben Halo – genießt unter Fans absoluten Kultstatus: Er ist das Erste, was ihr seht, wenn ihr das Spiel startet, während die imposante Chor-Melodie im Hauptmenü erklingt. Weil genau diese Szene bewusst inszeniert wurde, um die Stimmung vorzugeben und Neulingen direkt die Ausmaße der Welt zu vermitteln, zeigt sich Lehto maßlos enttäuscht: „Der Ring im Hauptmenü ist das Schlimmste, was man bei jedem Spielstart ertragen muss. Er sollte sich riesig, dunkel, geheimnisvoll und bedrohlich anfühlen, aber gleichzeitig voller Wunder stecken. Dieser neue Ring wirkt wie ein glänzendes neues Spielzeug – falsch skaliert, null Mysterium, verdammt hässlich.“
Lehto merkt außerdem an, dass sich auch der Hintergrund verändert hat: Ursprünglich schwebte der Ring im düsteren, unscheinbaren Weltall. Laut Lehto und der Halo-Lore befindet sich der Ring, den der Chief im allerersten Spiel betritt, weit draußen am Rand der Milchstraße – in Campaign Evolved zieht diese nun direkt im Hintergrund ihre Bahnen.
Er räumt zwar ein, dass das ursprüngliche Bungie-Team im Jahr 2000 beim Art-Design der Blutsväter „selbst noch keinen klaren Kurs hatte“. Halo Studios sei nun jedoch „viel zu weit in die falsche Richtung gerannt.“ Lehtos Beschwerden haben durchaus Gewicht. Er gehört schließlich nicht zu den Nörglern, die von Tag eins an grundlos gegen das Spiel geschossen haben. Vor dem Launch war er sogar richtig begeistert von dem Projekt. Das fertige Endprodukt hat bei ihm aber offenbar einen bitteren Nachgeschmack hinterlassen.
Ob Halo Studios diese Kritik aufgreift und Anpassungen für das so gut wie bestätigte Remake von Halo 2 vornehmen wird? Lehto hat zwar seit 2011 an keinem Halo-Teil mehr mitgewirkt. Als eine der prägendsten Figuren der Seriengeschichte sollte sein Wort bei Xbox und Halo Studios aber eigentlich Gehör finden.