// TAGESSCHAU WIRTSCHAFT — FINANZA
Studie: Soviel verdienten DAX-Vorstände 2025
Spitzenverdiener im DAX ist jetzt SAP-Chef Christian Klein. Doch auch andere Vorstände der großen Konzerne haben 2025 erneut mehr Geld bekommen. Das zeigt eine Auswertung von Aktionärsschützern.
Jedes Jahr sorgt die Studie zur Vorstandsvergütung für Aufmerksamkeit: Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) schaut in Zusammenarbeit mit der TU München ganz genau auf die Vergütung von Top-Managern der 40 DAX-Unternehmen. 2025 erhielten Vorstände im Schnitt 3,9 Millionen Euro - ein Plus von vier Prozent zum Vorjahr. Ein Großteil sind erfolgsabhängige Boni, die mit Zeitverzug ausgezahlt werden.
Im Durchschnitt erhielten die Vorstände 42-mal höhere Bezüge als die normalen Beschäftigten ihrer Unternehmen. Am stärksten war das Gehaltsgefälle beim Sportartikelhersteller Adidas: Dort verdiente die Vorstandsriege das 106-fache eines durchschnittlichen Mitarbeiters.
Millionen Menschen sind von Armut gefährdet, während die Reichsten laut Oxfam immer reicher werden.
mehr
Die Bezüge der DAX-Chefs für 2025 summierten sich der Analyse zufolge im Schnitt auf rund 6,14 Millionen Euro - ein Plus von 6,8 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Die wirtschaftliche Entwicklung vieler Unternehmen kann da nicht mithalten: 2025 stagnierten die Gewinne der DAX-Konzerne, auch wenn Börsenkurse nicht schwächelten.
Die "magischen Schallmauer von 10 Millionen Euro", die aus Sicht der Aktionärsschützer "gesellschaftlich und auch innerhalb der Unternehmen noch vertretbar ist", sei in zwei Fällen durchbrochen worden, führte DSW-Hauptgeschäftsführer Marc Tüngler aus.
SAP-Chef Christian Klein kam auf eine Gesamtvergütung von rund 10,9 Millionen Euro, wobei fast 86 Prozent auf variable Bestandteile entfallen. Bei Deutsche-Bank-Chef Christian Sewing waren es 10,5 Millionen Euro mit rund 64 Prozent kurz- und langfristigen Boni, die abhängig vom Geschäftserfolg sind.
"Eine hohe Vergütung kann angemessen sein - wenn sie Ausdruck außergewöhnlicher Wertschaffung ist", erklärt Aktionärsschützer Tüngler. Aus Sicht der DSW ist es positiv, dass langfristige variable Bestandteile bei der Vergütung im Deutschen Aktienindex an Bedeutung gewinnen. "Vorstandsvergütung sollte nachhaltigen Unternehmenserfolg belohnen und nicht kurzfristige Quartalsergebnisse", so Tüngler. Trotzdem fordere er ausdrücklich "keine Gehaltsobergrenzen".
Umfragen zeigen: Immer weniger junge Menschen treibt es in die Chefetage.
mehr
Im internationalen Vergleich sind solche Vergütungen für Topmanager aber immer noch gering. Die Vorstandsvorsitzenden (CEO) der Unternehmen im europäischen Aktienindex Euro Stoxx 50 kassierten der Auflistung zufolge für das Geschäftsjahr 2025 ohne die dort gelisteten deutschen Konzerne durchschnittlich 9,5 Millionen Euro. Bei den CEOs der 30 Unternehmen im amerikanischen Dow-Jones-Index waren es im Schnitt sogar 30,5 Millionen Euro.