// STADT-BREMERHAVEN — INTELLIGENZA ARTIFICIALE
ChatGPT bekommt ein Gedächtnis für die Arbeit am Mac
von Oliver Posselt
14. Aug. 2026 |
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OpenAI führt mit Computer History eine neue Funktion für die ChatGPT-Desktop-App unter macOS ein. Sie protokolliert Aktivitäten in freigegebenen Apps und auf Websites, erstellt daraus eine Zeitleiste und liefert ChatGPT sowie Codex zusätzlichen Kontext für spätere Aufgaben.
So soll man beispielsweise fragen können, woran man vor einer Pause gearbeitet hat oder welches Dokument am Vormittag geöffnet war. Wiederkehrende Abläufe kann Computer History außerdem erkennen und als mögliche Skills oder Automationen vorschlagen.
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Anders als die frühere Chronicle-Vorschau arbeitet das neu aufgebaute System nicht mit Screenshots. Erfasst werden Interaktionen wie Klicks, Tastatureingaben, Tastenkürzel und App-Wechsel sowie Informationen, die macOS über seine Bedienungshilfen bereitstellt. Bildschirmaufnahmen, Mikrofon- und Systemaudio gehören laut OpenAI nicht dazu. Aktivitäten aus privaten Browserfenstern werden ebenfalls nicht erfasst.
Die Funktion ist standardmäßig deaktiviert und setzt die aktivierten Erinnerungen voraus. Nutzer legen fest, welche Apps und Websites einbezogen oder ausgeschlossen werden. Die Aufzeichnung lässt sich über die macOS-Menüleiste pausieren, fortsetzen und abschalten. Einzelne Einträge sowie die letzten zehn Minuten, die letzte Stunde, der letzte Tag oder der komplette Verlauf können gelöscht werden.
Die Ereignisdaten liegen zunächst lokal auf dem Mac, werden zur Erstellung der Zusammenfassungen aber von OpenAI auf dessen Servern verarbeitet. Nach Angaben des Unternehmens werden die temporären Dateien dort nicht gespeichert oder für das Training verwendet. Lokal werden sie nach spätestens 48 Stunden gelöscht. Die daraus erzeugten Erinnerungen bleiben als unverschlüsselte Markdown-Dateien auf dem Mac, bis der Nutzer sie entfernt.
Computer History steht zunächst für ChatGPT Pro, Business und Enterprise zur Verfügung. In Unternehmen muss ein Administrator den Zugriff erst freigeben, danach entscheidet weiterhin jeder Nutzer selbst über die Aktivierung. Über API-Schlüssel oder Amazon Bedrock ist die Funktion nicht nutzbar.
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Für Leser hierzulande ist der entscheidende Haken allerdings schnell genannt. Im Europäischen Wirtschaftsraum, in der Schweiz und im Vereinigten Königreich ist Computer History derzeit nicht verfügbar. Ohnehin sollte man bei einer derart umfassenden Erfassung genau auswählen, welche Anwendungen mitlesen dürfen. Gerade bei Kommunikation sowie Gesundheits-, Finanz- und anderen sensiblen Daten. OpenAI weist zudem selbst auf ein erhöhtes Risiko durch Prompt Injection aus den erfassten Inhalten hin.