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Nachgebaute Apple Watch verbindet sich mit iPhones
Nils Rollshausen von der TU Darmstadt hat Apples Computeruhr im Labor in Software nachgebaut. Das zeigt potenzielle Angriffspunkte.
Apple Watch Ultra: Apples Spezialprotokolle wurden entschlüsselt.
Apples Computeruhr hat auf ein iPhone vollen Zugriff: Die Apple Watch teilt mit dem Handy nahezu alles, von der Kommunikation (Nachrichten-App, Telefonie) über die Kreditkarten (Wallet-App, wobei diese einzeln hinterlegt werden müssen) bis hin zu Gesundheitsdaten oder der iPhone-Kamera-Steuerung (Fernauslösung auf der Uhr). Entsprechend wichtig ist es, dass nur eine berechtigte Apple-Smartwatch sich mit dem iPhone verbindet. Apple hat dazu eine Reihe von Protokollen und Maßnahmen ergriffen. Zumindest das Prinzip dahinter liegt aber mittlerweile offen: Nils Rollshausen, Researcher mit Spezialisierung auf Wearable Security, hat am Seemoo-Labor der TU Darmstadt ein erfolgreiches Reverse-Engineering-Projekt der Apple Watch durchgeführt.
Die von Rollshausen entwickelte Hard- und Software-Kombination, die bereits im vergangenen Jahr vorgestellt und mittlerweile verfeinert wurde, durchläuft die von Apple vorgesehenen Sicherheitsschritte zur Verbindung zwischen der falschen Apple Watch und dem iPhone. Der Nutzer muss der Verbindung allerdings zustimmen, ein Angreifer würde also Zugriff auf das iPhone benötigen. Eine spezifische Geräte-Attestierung oder eine andere Funktion, mit der wirklich nur echte Apple-Uhren sich verbinden können, fand Rollshausen nicht. „Auf diese Mauer habe ich die ganze Zeit gewartet, sie kam aber nicht.“ Allerdings war eine spezifische Attacke notwendig, zu der derzeit an einem Paper gearbeitet wird.
Die Erkenntnisse aus dem Reverse-Engineering der Apple-Computeruhr liegen aber bereits vor. Zudem hat Rollshausen eine App namens WatchWitch entwickelt, mit der man von einem Android-Gerät aus mit einer Apple Watch kommunizieren und verschiedene Daten anfordern kann. Dazu gehören erfasste Gesundheitsinfos, offene Apps oder Alarme. Über WatchWitch kann man zudem Benachrichtigungen versenden und Benachrichtigungen weiterleiten und Screenshots anlegen und herunterladen. Apple bereitet solche Interoperabilitätsmaßnahmen derzeit nur in Richtung Drittanbietergeräten vom iPhone aus vor.
Ein praktisches Sicherheitsproblem für das iPhone stellen mit dem erfolgreichen Reserve-Engineering der Watch-Protokolle die in China und anderswo reichlich erhältlichen Apple-Watch-Fakes dar.
Die Geräte sehen dem Original oft sehr ähnlich und könnten von böswilligen Verkäufern dazu verwendet werden, sensible iPhone-Daten auszulesen – weil der Nutzer sie für ein echtes Apple-Produkt hält und mit seinem iPhone koppelt. Entsprechende Vorfälle sind allerdings noch nicht öffentlich bekannt geworden. Die technische Möglichkeit ist dank Rollshausen nun aber belegt.
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