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Xenoblade Chronicles 2 für Switch 2: Stabiles 4K-Epos, aber keine optische Überwältigung
Der zehn Euro teure Erweiterungspass liefert clevere Komfort-Updates und flüssige Bildraten, doch die hochskalierte Kulisse wirkt teilweise unharmonisch
Wie gut ist eigentlich Xenoblade Chronicles 2 gealtert? Nintendo macht uns die Antwort auf diese Frage mit dem neusten Erweiterungspass für die Switch 2 extrem einfach. Ich stecke aktuell mittendrin und bin ehrlich gesagt nach der ersten Hypewelle nicht wirklich überwältigt. Was ich dem Spiel aber lassen muss: Das Epos, das sich trotz übertriebenem Fanservice als emotionales und tiefgründiges Abenteuer behaupten konnte, profitiert nun, fast ein Jahrzehnt später, von der konstanten Framerate und gezielten QoL-Überarbeitungen. Die Grafik und den zähen Einstieg können wir aber leider nicht wegdiskutieren.
Das JRPG von Monolith Soft und Nintendo erschien ursprünglich 2017 exklusiv für die Switch. Als Driver Rex erkundet ihr mit der Klinge Pyra die gigantischen Titanen von Alrest. Der Titel ist für seine gewaltige Spielwelt und ein hochkomplexes, MMO-artiges Kampfsystem bekannt.
Oben im Video wollte ich einfach mal festhalten, wie ich das Nintendo-exklusive Werk auf der aktuellsten Konsole wahrnehme. Ja, die FPS und Ladezeiten lassen das Spiel stabil wirken, doch gut performt hat Xenoblade Chronicles 2 bereits in 2017. Hat aber die hohe Auflösung dem Titel wirklich einen Gefallen getan? Ich weiß ja nicht. Die hochpolierten Figuren wirken irgendwie fehl am Platz. Auch früher sah das Abenteuer nicht schlecht aus und die zuvor nicht ganz perfekte Bildqualität konnte schwammige Kanten sowie flache Texturen besser kaschieren. Die HD-Figuren und hochskalierten Gegner stechen nun zu aalglatt aus den plastischen Landschaften hervor. Da wünscht man sich fast gleich ein aufwendigeres Remaster.
Was rein grafisch dann doch zu beeindrucken weiß, ist, wie viel schöner die Schauplätze durch die verbesserte Lichtdarstellung, Reflexionen, Lichtpartikel und HDR wirken. Was die 10 € aber viel mehr rechtfertigen dürfte, sind die schlau implementierten Quality-of-Life-Funktionen.
Die 2018 veröffentlichte Standalone-Erweiterung ist im aktuellen Pass enthalten. Sie dient als Prequel und beleuchtet die düsteren Ereignisse rund um Jin, die sich 500 Jahre vor dem Hauptspiel zutrugen. Der DLC brachte zudem ein neues Kampfsystem mit, in dem man sowohl Meister als auch Klingen steuert.
Jemand hat wohl auf die Fanbase gehört, als die Entscheidung fiel, die Feldfertigkeiten direkt an alle Schwerter zu koppeln, um lästige Menü-Odysseen zu verhindern. Genauso schlau war es zusätzlich die Sammelfähigkeit zu beschleunigen. Das MMO-artige Echtzeit-Kampfsystem ändert sich durch solche Anpassungen aber nicht großartig. Heißt: Ihr habt am Anfang immer noch eine recht schleppende Warteschleife. Zumindest bis nach und nach neue Team-Mitglieder mit ihren frischen Techniken ebendieses System endlich zu einem spaßigen Klingenrausch aufblühen lassen. Das neue Schwert und die neuen Outfits sind dabei ein nettes Extra. Doch wirklich gut ist der neue Modus, das Söldnerkommando. Dieser erlaubt das direkte Abschließen blauer Söldner-Missionen, statt sie passiv im Hintergrund ablaufen zu lassen. Zudem enthält der Erweiterungspass alle DLC-Extras, falls ihr beispielsweise Torna – The Golden Country 2018 verpasst habt.
Wer sich nun fragt, ob's Nintendo-Spiele jetzt auch nur noch digital gibt, der kann ab dem 1. Oktober aufatmen, wenn auch eine physische Version der aufgebesserten Xenoblade- Chroniken verfügbar ist. Für alle digitalen Spielerinnen und Spieler bietet sich die Erweiterung allerdings vor dem kommenden Xenoblade Genesis besonders gut an. Ihr werdet hier vielleicht sogar nicht so lange beschäftigt wie im Original, habt dafür aber die deutlich bequemere, stabilere und ja, ich gebe es trotz Kritikerbrille zu, irgendwie auch die schönere Variante. Auf einen langsamen Einstieg müsst ihr euch trotzdem einstellen und ein Wunder in Richtung Remaster solltet ihr ebenfalls nicht erwarten.