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Leica streicht Fotografen, GoPro sucht Käufer – die Fotonews der Woche 33/2026
Leica entfernt russischen Fotografen aus Oskar-Barnack-Award. GoPro mit Umsatzeinbruch auf Käufersuche. Brasilianisches Kulturfoto räumt Preise ab.
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Häufig sind es nicht die Kameras oder Objektive, die Schlagzeilen machen, sondern das, was dahintersteckt. Diese Woche führt uns das gut vor Augen. Fotografie ist eben mehr als Technik – sie hat mit Politik zu tun, mit Wirtschaft und vor allem auch mit Kultur. Ein deutscher Traditionshersteller manövriert sich in einen ethischen Konflikt, eine amerikanische Actioncam-Ikone kämpft ums Überleben, und ein italienischer Fotograf in Brasilien zeigt, wozu Street Photography im besten Fall fähig ist.
Ausgerechnet beim Oskar-Barnack-Award, der für humanistische Fotografie steht, ist Leica in eine heikle Lage geraten. Ein russischer Fotograf hatte es mit einer Serie über das besetzte Mariupol auf die Shortlist geschafft – Bilder aus einer Stadt, die russische Angriffe weitgehend zerstört haben. Die ukrainische Zeitung „Kyiv Independent“ deckte auf, dass der Fotograf Verbindungen zum Kreml haben soll. Leica reagierte prompt und strich den Kandidaten von der Liste.
Die Affäre wirft grundsätzliche Fragen auf: Lassen sich Kunst und Politik überhaupt trennen? Und darf ein Fotowettbewerb, der sich dem humanistischen Erbe Oskar Barnacks verpflichtet fühlt, Arbeiten zeigen, die womöglich Propagandazwecken dienen? Leica hat sich entschieden – und damit auch klargemacht, dass bei diesem traditionsreichen Award nicht allein die Bildqualität zählt, sondern eben auch der Kontext, in dem die Bilder entstehen.
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Während Leica am ethischen Dilemma knabbert, geht es bei GoPro schlicht ums Überleben. Die jüngsten Quartalszahlen lesen sich verheerend: 38 Prozent weniger verkaufte Kameras als im Vorjahr, 31 Prozent weniger Umsatz. In den Pflichtmitteilungen an die Börsenaufsicht SEC (PDF) musste das Unternehmen erneut einen „going concern“ vermelden – also erhebliche Zweifel daran, ob der Geschäftsbetrieb überhaupt fortgeführt werden kann.
Dabei hat GoPro mit der Mission-1-Serie gerade erst „die beste GoPro aller Zeiten“ auf den Markt gebracht, wie Gründer und CEO Nicholas Woodman stolz verkündete. Die neue Produktlinie mit Ein-Zoll-Sensor und 8K-Aufnahme soll GoPro vom Actioncam-Hersteller zum Anbieter von „Compact Cinema Cameras“ machen. Der Erfolg lässt allerdings auf sich warten.
Immerhin ein Lichtblick: Die Abo-Einnahmen für Cloud-Speicher und Kamera-Ersatz kletterten um elf Prozent und machen inzwischen 28 Prozent des Umsatzes aus. Das Netflix-Prinzip – wiederkehrende Einnahmen statt Einmalverkäufe – funktioniert also auch in der Kamerabranche. Nur eben nicht schnell genug, um GoPro zu retten.