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Fünf Jahre Taliban-Herrschaft - zwei Schwestern blicken zurück
Vor fünf Jahren fiel Afghanistan an die Taliban. Einige Zehntausend Afghanen kamen über das Evakuierungsprogramm nach Deutschland. Zwei Schwestern erinnern sich an die wohl schwierigste Zeit in ihrem Leben.
Es sind Bilder, die sich bis heute ins Gedächtnis eingebrannt haben: Menschen, die sich vor den Toren des Flughafens von Kabul drängen. Verzweifelte Menschen, die über Mauern klettern, Kinder weiterreichen, Dokumente in den Händen halten.
Für Menschen in Afghanistan begann damit eine neue Zeit - auch für Zarmine und Tamana Paryani. Die beiden Schwestern lebten damals in Kabul. Heute leben sie in Deutschland.
Doch die Erinnerungen begleiten die Schwestern auch heute. Zarmine und Tamana Paryani schauen zurück auf eine Zeit, über die sie nur schwer sprechen können.
"Für mich ist es traurig. Afghanistan war das Land, das den Menschen gehörte. Ich glaube, das sind einige der schmerzhaftesten und beschämendsten Bilder, mit denen ich in meinem ganzen Leben konfrontiert wurde", sagt Tamana.
Am Morgen des 15. August 2021 ist Kabul voller Menschen. Viele sind aus anderen Teilen Afghanistans in die Hauptstadt geflohen. Parks, Moscheen und öffentliche Plätze werden zu provisorischen Unterkünften. Die Taliban haben in kurzer Zeit eine Stadt nach der anderen erobert. Zarmine Paryani arbeitete damals als Hebamme. Sie hat Nachtschicht in einem Krankenhaus. Als sie am Morgen nach Hause fahren will, erlebt sie Kabul im Ausnahmezustand.
"Alle rannten weg. Es war beängstigend, als würde die Welt untergehen. Alle rannten in eine andere Richtung. Die Taxis haben nicht mal angehalten."
Noch am selben Tag verlassen Präsident Aschraf Ghani und seine Regierung das Land. Die staatliche Ordnung bricht innerhalb weniger Stunden zusammen. Die Taliban übernehmen Kabul und damit die Macht in ganz Afghanistan.
Analyse
15.08.2026
Während die Taliban heute ihren Sieg feiern, hat für die meisten Afghanen damit eine finstere Zeit begonnen.
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