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Spanische Exklave: Ceuta - Europas verschlossene Tür
Die Grenzen von Marokko zu Ceuta, der "Tür von Europa", sind dicht. Groß ist die Enttäuschung der Menschen - über die Korruption, die in Marokko herrscht, und darüber, wie das Land mit den Flüchtlingen umgeht.
Wer auf der Terrasse des Cafés "Puerta de Europa" - "Tür von Europa" - am Strand von Tarajal in Ceuta sitzt, kann dieser Tage beobachten, wie es aussieht, wenn auf der einen Seite Spanien diese Tür zuknallt und Marokko auf der anderen Seite den Schlüssel wegwirft.
Schnellboote patrouillieren in Ufernähe das Meer, Hubschrauber und Drohnen überwachen aus der Luft, auf der spanischen Seite fahren Panzer an der Grenze auf. Zum Einsatz kommen sie nicht, aber sie stehen etwas abseits der Grenzanlagen bereit. Die Soldaten flachsen herum.
Deutlich weniger jovial ist die Situation in Fnideq auf marokkanischer Seite. Hunderte Einsatzkräfte, darunter Bereitschaftspolizei und Militäreinheiten, gehen unter anderem mit Schlagstöcken und Tränengas gegen Migranten vor, die überwiegend aus afrikanischen Ländern südlich der Sahara kommen. Sie versuchen, sich der Grenze anzunähern.
Knapp 300 Festnahmen bilden nach offiziellen Angaben die vorläufige Bilanz des Einsatzes. Unter den Festgenommenen sind kaum Marokkaner.
Marokkanische Sicherheitskräfte stehen in Fnideq vor der Grenze zu Ceuta.
In Ceuta verfolgen viele Menschen genau, was auf beiden Seiten der Grenze passiert. Er liebe Marokko sehr, erzählt ein Passant in einem Park, der vor mehr als 50 Jahren in die spanische Exklave Ceuta ausgewandert ist - aber so gehe das nicht. "Das kann man doch nicht machen. Erst schickst du deine Kinder weg und dann forderst du sie zurück. Ganz großes Kino", sagt er und lacht.
Marokko streitet das ab. Aber insbesondere angesichts der Machtdemonstration der vergangenen Tage bleibt die Frage, wie Zehntausende quasi ungehindert nach Ceuta kommen konnten. Er habe großes Mitgefühl mit den Familien, die bei dem Massenandrang Kinder oder Verwandte verloren haben, sagt der Passant.
Mehr als 80 Menschen sind auf der spanischen Seite ums Leben gekommen. Nur sechs von ihnen konnten nach Abschluss der Obduktionen zweifelsfrei identifiziert werden. Europa und Marokko könnten sehr wohl kontrollieren, sagt er, was an der Grenze passiere, und hätten die Einwohner von Ceuta bei dem massenhaften Andrang Ende Juli im Stich gelassen.
Spanien und Marokko hatten sich auf einen neuen Andrang von Migranten vorbereitet. Das Chaos blieb bisher aus.
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