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Höhere Zinsen: Lohnt sich Sparen auf dem Tagesgeldkonto wieder?
Nach Jahren der Null-Zins-Phase werben Banken plötzlich wieder mit drei oder vier Prozent Zinsen aufs Tagesgeld und überbieten sich regelrecht. Doch bei solchen Lockangeboten sollten Kunden genauer hinsehen.
Sparen auf dem Tagesgeldkonto erlebt ein Comeback: Nach Jahren ohne nennenswerte Verzinsung werben Banken neuerdings wieder mit drei oder sogar vier Prozent Zinsen. "Wir sehen aktuell einen riesigen Wettbewerb zwischen den Banken um das Geld der Kunden", sagt Christian Klein von der Universität Kassel im neuen 50k-Video auf YouTube. Die Konkurrenz wird größer - und genau davon könnten Kunden nun profitieren.
Eins der prominentesten Beispiele aktuell: JP Morgan Chase. Seit Ende Mai können deutsche Sparer bei der amerikanischen Bank Geld auf einem Tagesgeldkonto anlegen, bei vier Prozent Zinsen für bis zu vier Monate. Die Bank ist als größte Privatkundenbank der USA international bekannt, hierzulande aber neu. Sie wirbt aktuell unter dem Namen Chase und will sich über besonders hohe Tagesgeldzinsen bei deutschen Sparern schnell einen Namen machen - mit dem Ziel, später weitere Produkte zu verkaufen.
Das erhöht den Konkurrenzdruck auf heimische Banken, sagt Klein: "Der Markteintritt von JP Morgan Chase macht die anderen Banken natürlich nervös. Wir werden in den nächsten Monaten und Jahren beobachten können, dass der Konkurrenzdruck zwischen den Banken größer wird, was für die Kunden nicht das Schlechteste sein könnte."
Vier Prozent Zinsen gibt es auf das neue Tagesgeldkonto der US-Bank JP Morgan.
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Ein Tagesgeldkonto gilt als idealer Parkplatz für den Notgroschen: Das Geld ist kurzfristig verfügbar, die Einlage ist bis 100.000 Euro pro Person gesetzlich geschützt, und im Unterschied zum Girokonto gibt es - mittlerweile wieder - Zinsen. Lange war das allerdings Theorie: Nach der Finanzkrise 2008 und während der Corona‑Pandemie senkte die Europäische Zentralbank (EZB) den Leitzins auf teilweise unter null, um die Wirtschaft mit billigem Geld zu stützen. Banken konnten sich sehr günstig refinanzieren und hatten keinen Druck, ihren Kunden Zinsen zu zahlen.
Mit der Inflationswelle ab 2021 änderte sich das. Energiepreise stiegen, Lieferketten brachen zusammen, der Krieg gegen die Ukraine verschärfte die Lage. Die Inflation sprang zeitweise auf über zehn Prozent. Um gegenzusteuern, erhöhte die EZB seit 2022 den Leitzins deutlich.
Damit lohnt sich Sparen nun wieder: "Auch eine Bank legt Geld an, und zwar bei der EZB. Der Leitzins ist der Zins, den die EZB den Banken bezahlt", erklärt Experte Klein. Einige Banken geben diesen Zins sogar eins zu eins an die Kunden weiter: "Wenn der Leitzins steigt, bedeutet das für uns Sparer, dass wir mehr Zinsen auf unsere Einlagen bekommen." Die Folge: Banken müssen sich die Einlagen der Kunden wieder aktiv sichern, damit diese nicht zu Banken abwandern, die bessere Angebote machen und höhere Zinsen bieten. Denn viele Kunden vergleichen heute Zinsen und wechseln häufiger die Bank, um das beste Angebot zu bekommen.
Banken locken Sparer jetzt mit Tagesgeldzinsen von bis 3,2 Prozent - was es dabei zu beachten gilt.
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Besonders umkämpft ist das Tagesgeldsegment mit sogenannten Lockangeboten. Institute bieten teils relativ hohe Zinsen, aber nur über einen begrenzten Zeitraum. Aktionszinsen zwischen drei und vier Prozent sind keine Seltenheit, gelten aber oft nur für drei bis sechs Monate. Zusätzlich locken manche Institute mit einmaligen Geldprämien, Cashback‑Modellen oder Kombinationen mit dem Girokonto.