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Linux Kernel 7.2: „Umfangreicher als ich mir gewünscht habe“, sagt Linus Torvalds
Der Linux-Kernel 7.2 ist erschienen und erweitert die Hardware-Unterstützung, Netzwerk-Funktionen, Dateisysteme, Sicherheit und mehr. Die wohl größte Neuerung ist der vorläufige Support für HDMI 2.1 FRL (Fixed Rate Link) für den AMD-Grafiktreiber, was unter anderem 120 Hz bei 4K-Auflösung ermöglicht.
In der Ankündigung zum Linux Kernel 7.2 schreibt Linus Torvalds, dass das neue Release „umfangreicher als ich es mir gewünscht habe“. Doch wenn er die Veröffentlichung weiter verschoben hätte, gäbe es wohl gar keine Kernel-Releases mehr, scherzt der Linux-Erfinder und Kernel-Chef. Zudem hat der kommende Kernel 7.3 laut Torvalds bereits 40 ausstehende Pull-Requests.
Ein Großteil der Neuerungen und Änderungen entfällt auf den Treiber-Bereich, wobei auch der Netzwerk-Teil des Linux-Kernels einige Überarbeitungen erfahren hat. Insbesondere die initiale Unterstützung für HDMI 2.1 FRL (Fixed Rate Link) im AMD-Grafikkartentreiber AMDGPU sticht hierbei heraus, die bereits Mitte Juni in den Kernel 7.2 als Merge hinzukam. Dadurch wird die Ausgabe von 4K bei 120 Hz, einer 8K-Auflösung und 10-Bit HDR unter Linux möglich, wobei dieses Feature aber vorerst standardmäßig deaktiviert ist.
Allerdings kam es im Rahmen der Entwicklung des Linux Kernel 7.2 auch zu einigen relativ kurzfristigen Rücknahmen des Codes (Reverts). Speziell das DRM-Scheduling, das die Ausführung von Aufträgen für die GPU verwaltet und organisiert, war von solchen Code-Reverts betroffen, aber auch andere Bereiche des Kernel 7.2.
Außerdem wird der Linux-Scheduler um sogenanntes „cache-aware load balancing“ erweitert. Dadurch wird die CPU-Last so verteilt, dass Prozesse möglichst im gleichen Cache-Bereich liegen statt die Prozessor-Last gleichmäßig zu verteilen. Auch der GPU-Scheduler soll mit Kernel 7.2 anders arbeiten und die anfallenden Aufgaben nicht mehr nach dem Eingangszeitpunkt, sondern auf Basis der bisherigen Lastverteilung anordnen.
Darüber hinaus wird auch die Speicherverwaltung bei knappem RAM, also das „Memory Reclaiming“, eine Überarbeitung erfahren haben. Im Detail konnte der Algorithmus für das Suchen passender Speicherseiten für das Entfernen aus dem RAM leicht verbessert und die Code-Basis entschlackt werden. Manche Workloads wie YCSB und MongoDB sollen dadurch bis zu 30 Prozent schneller als zuvor ablaufen, wie es auf Kernel-Newbies heißt.
Doch damit nicht genug, denn das Copy-on-Write-Dateisystem BTRFS hat mit dem Kernel-7.2-Release gleich mehrere Änderungen erfahren. Demnach ist die Verwaltung über größere Speicherseiten nun standardmäßig aktiv und es gibt eine experimentelle Unterstützung für sehr große Speicherseiten („huge folios“). Zudem gibt es eine neue Checksummenverwaltung über das Dateisystem, Optimierungen beim sequentiellen Schreiben und ein verbessertes Direct I/O.
Zusätzlich bietet der Linux Kernel 7.2 laut GamingOnLinux unter anderem Unterstützung für USB4STREAM als neues Protokoll für direkten Datenstransfer, Optimierungen für Laptops, erweiterten Support des OneXPlayer Handheld-PC und des HORI Wireless Switch Pad, native symbolische Links unter dem Windows-Dateisystem NTFS, Verbesserungen für Apples M3-Chips und Vorbereitungen für zukünftige AMD- und Intel-Prozessoren sowie AMD-Grafikkarten.
Der Linux Kernel ist die Grundlage aller Linux-Distributionen wie z. B. Ubuntu oder Fedora.