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Tarifstreit: Warnstreik legt Seehäfen still
Im Hamburger Hafen hat in der Nacht zum Dienstag ein 24-stündiger Warnstreik begonnen. Hintergrund des Warnstreiks sind Tarifverhandlungen zwischen der Gewerkschaft ver.di und dem Zentralverband der deutschen Seehafenbetriebe (ZDS).
Ver.di hatte das letzte Angebot der Arbeitgeber zurückgewiesen. Nach Ankündigung der Gewerkschaft betrifft der Warnstreik in Hamburg die vier großen Containerterminals des Hafens. Die Gewerkschaft hat außerdem zu Warnstreiks in fünf weiteren Seehäfen aufgerufen, und zwar in Bremerhaven und Bremen sowie in Wilhelmshaven, Emden und Brake.
Im Hamburger Hafen sah man die Wirkung des angekündigten Warnstreiks schon am Montagabend: Kaum ein Frachtschiff fuhr in den Hafen, um nicht 24 Stunden fest zu sitzen. Nur zwei große Containerschiffe liefen abends noch ein, die "Cosco Denmark" und die "Houston Express". Die Terminals der Hamburger Hafen und Logistik AG (HHLA) und von Eurogate liegen weitgehend still, viele Containerbrücken sind hochgeklappt.
Für 9 Uhr hat ver.di eine Demonstration durch den Hamburger Hafen angekündigt. Sie startet am HHLA-Containerterminal Burchardkai und führt vom Waltershofer Damm über Altenwerder Damm, Rugenberger Damm, Finkenwerder Straße und Waltershofer Damm zurück zum Parkplatz des Terminals am Burchardkai. Dort soll gegen 10.30 Uhr eine Kundgebung beginnen.
Die Gewerkschaft fordert für die rund 11.000 Beschäftigten in den Seehäfen 8,2 Prozent mehr Lohn - bei einer Laufzeit von 12 Monaten. Der ZDS hatte zuletzt ein erhöhtes Angebot vorgelegt. Es beinhaltet unter anderem einen Anstieg der Löhne um 5,1 Prozent bei einer Laufzeit von 19 Monaten, außerdem 300 Euro mehr Urlaubsgeld und 460 Euro für Beschäftigte der Groß-Containerbetriebe. Ver.di teilte mit, eine Laufzeit von 19 Monaten sei vielen Beschäftigten zu lang. Der ZDS betonte, sein Angebot sei besser als die Tarifabschlüsse in der Chemie-Branche und im Groß- und Außenhandel. Ver.di verkenne die wirtschaftliche Realität.
In Hamburg und anderen deutschen Seehäfen könnte bald gestreikt werden. Die Hafenbeschäftigten haben das letzte Tarifangebot der Arbeitgeber abgelehnt.
ndr
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ndr
Dieses Thema im Programm: NDR 90,3 | NDR 90,3 Aktuell | 18.08.2026 | 06:00 Uhr