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Debatte nach Todesfall: Discord schaltet Livestreams in Brasilien ab
Brasilien debattiert einen erschütternden Todesfall in Verbindung mit einem Livestream auf Discord. Nun wurde die Plattform verpflichtet, diese abzuschalten.
Der Online-Messenger Discord hat in Brasilien auf Anordnung der nationalen Datenschutzbehörde die Möglichkeit zur Übertragung von Livestreams deaktiviert. Das berichtet die Nachrichtenagentur AP und zitiert die US-Plattform mit der Erklärung, dass ein Austausch mit den Behörden stattfinden würde. Man fühle sich verpflichtet, mit den Verantwortlichen in Brasilien daran zu arbeiten, „eine Online-Erfahrung zu erschaffen, die für alle sicherer ist“. Hintergrund ist demnach der Fall eines 13-jährigen Mädchens, das im Juli während eines Livestreams auf Discord mutmaßlich von anderen zum Suizid gedrängt wurde. Das habe landesweit für Bestürzung gesorgt und sei sogar von der Frau des Staatspräsidenten kommentiert worden.
Laut AP hat Brasiliens Datenschutzbehörde „stichhaltige Beweise“ dafür, dass Discord Risiken für Kinder und Jugendliche nicht ausreichend vermindert hat. „Livestreams wurden wiederholt dazu genutzt, Gewalt, Belästigung sowie die Anstiftung zu Selbstverletzung und Selbstmord zu begünstigen“, zitiert sie die Nachrichtenagentur. In Verbindung mit dem Todesfall des Mädchens wurden demnach Anfang des Monats fünf Jugendliche festgenommen. Die Verantwortlichen der Plattform haben demnach darauf verwiesen, dass in einem anderen Fall ein Kanal auf Discord geschlossen wurde, bevor es zu einem ähnlichen Vorfall wie jenem mit dem Mädchen gekommen wäre. Brasilien hat erst im Frühjahr den Schutz von Minderjährigen verschärft – explizit auch für Discord.
Discord gibt es seit 2015, anfangs handelte es sich dabei um eine Plattform, auf der vor allem Gamer kommunizierten – nicht nur während des Spielens selbst. Verfügbar sind Text-, Sprach- und Videochats. Zentral sind dabei kleine Gemeinschaften, in denen sich Nutzer und Nutzerinnen je nach Interesse zusammenschließen können. Dieser Aufbau erschwert jedoch auch die Kontrolle der Inhalte. Laut Discord nutzen mehr als 90 Millionen Menschen die Plattform jeden Tag, über 90 Prozent davon spielen Videospiele. 2021 wollte Microsoft den Dienst kaufen, daraus wurde aber nichts.
Hinweis: In Deutschland finden Sie Hilfe und Unterstützung bei Problemen aller Art, auch bei Fragen zu Mobbing und Suiziden, bei telefonseelsorge.de und telefonisch unter 0800 1110111. Die Nummer gegen Kummer (Kinder- und Jugendtelefon) lautet 116 111. In Österreich gibt es ebenfalls kostenfreie Hilfsangebote, darunter speziell für Kinder der Kindernotruf unter 0800 567 567 sowie Rat auf Draht unter 147. Dieselbe Telefonnummer führt in der Schweiz zu Pro Juventute.
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