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Deutscher Kühlungsspezialist ebm-papst leitet Verkauf an US-Firma ein
Madison Air will ebm-papst für gut 4,7 Milliarden Euro übernehmen. ebm-papst baut unter anderem Lüfter und Ventilatoren, auch für Rechenzentren.
Lüfter für Rechenzentren mit Durchmessern von bis zu 95 cm.
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Ein weiteres milliardenschweres Familienunternehmen aus Deutschland plant den eigenen Verkauf an eine US-amerikanische Firma: ebm-papst verkündet eine Einigung mit Madison Air zu einem Kaufpreis von gut 4,7 Milliarden Euro. Die Übernahme soll bis zum Jahresende über die Bühne gehen, sofern die Aufsichtsbehörden grünes Licht geben.
In der Computerwelt ist ebm-papst vor allem durch seine Axiallüfter bekannt: Weil sie vornehmlich in Servereinschüben mit hohem erforderlichem Luftdurchsatz zum Einsatz kommen, gelten sie scherzhaft als Krawallmacher. Bis zu 7450 Umdrehungen pro Minute schaffen die Lüfter des Herstellers.
In Zeiten flächenoptimierter Serverschränke für KI-Rechenzentren mit Wasserkühlungen verschiebt sich die Nachfrage von kleinen Lüftern zu großen Kühlungsanlagen. ebm-papst baut dafür etwa Kompressoren und große Umwälzgebläse. Erst im Juni 2026 schuf der Hersteller zusätzliche Arbeitsplätze aufgrund des Booms bei Rechenzentren. Im August folgte die Ankündigung erster eigener Kompressoren für Züge. Außerdem gehören Motoren für Industrieanlagen und Steuerungen zum Produktportfolio. Die Eigentümerfamilien heißen McCracken (beziehungsweise gebürtig Ziehl), Philippiak und Sturm.
Madison Air baut Belüftungssysteme, darunter auch welche für die Luftreinigung in Reinräumen von Chipherstellern. Bisher operiert die Firma hauptsächlich in den USA. Beide Unternehmen sehen Synergieeffekte durch sich ergänzende Produkte.
Sowohl ebm-papst als auch Madison Air betonen, dass der deutsche Hauptsitz im baden-württembergischen Mulfingen erhalten bleiben soll. Insgesamt beschäftigt die ebm-papst-Gruppe laut eigenen Angaben über 13.000 Mitarbeiter: 5768 in Deutschland, 4193 im europäischen Ausland, 790 in den USA und 2334 in Asien sowie dem Rest der Welt. In beiden Ankündigungen ist von möglichen Investitionen in die vorhandenen Standorte und Mitarbeiter die Rede.
Madison Air spricht allerdings schon jetzt mögliche Kostenersparnisse an: Am Ende des dritten Geschäftsjahres nach der Übernahme erwartet das Unternehmen „Kostensynergien“ von 140 Millionen Euro. Madison Airs Mitteilung enthält Prognosen zum laufenden Geschäftsjahr, wonach ebm-papst 2026 etwa 114 Millionen Euro Nettogewinn bei gut 2,4 Milliarden Euro Umsatz erwirtschaften soll. ebm-papst selbst veröffentlicht als privates Unternehmen keine genauen Geschäftszahlen.
Madison Airs Geschäftsführung ist Verfechter des sogenannten Pareto-Prinzips: 80 Prozent der Ergebnisse sollen mit 20 Prozent des Gesamtaufwands erreicht und dementsprechend optimiert werden.