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heise+ | Kawasaki Z 900 RS SE im Test: Vorwärts in die Vergangenheit
Die Kawasaki Z 900 RS SE kann mehr vorweisen als eine legendäre Vorgängerin und ein schickes Retro-Design. Wir haben die gerade überarbeitete Version getestet.
Die Kawasaki Z 900 RS SE ist ein sehr gelungenes Retro-Bike mit modernen Zutaten.
Dieser Motor! Der Reihenvierzylinder der Kawasaki Z 900 RS SE ist fraglos einer der besten Antriebe auf dem Markt. Ich empfinde es jedes Mal als pures Vergnügen, ihn fahren zu dürfen. Dabei stapelt Kawasaki sogar etwas tief, denn er hat nicht 900, sondern 948 cm3 Hubraum. Es ist gar nicht mal die Tatsache, dass die Z 900 RS SE für 2026 fünf PS mehr Leistung bekommen hat und nun 116 PS bei 9300/min leistet. Es geht bei dem Motor um seine exzellente Laufkultur, das turbinenartige Hochdrehen und die Souveränität im Durchzug, die ihn so besonders macht. Kawasaki hat für die Mehrleistung unter anderem das Nockenwellenprofil geändert, die Verdichtung von 10,8:1 auf 11,8:1 erhöht und die Ansaugkanäle unterschiedlich lang gewählt.
Zugegeben, sie hat einen Newtonmeter Drehmoment verloren und die 98 Nm liegen 1200 Touren später an bei 7700/min. Aber das hat Kawasaki durch eine kürzere Übersetzung wieder ausgeglichen. Das Kettenrad weist nun mit 43 einen Zahn mehr auf. Zudem wurde die Schwungmasse der Kurbelwelle um zehn Prozent reduziert, was das Hochdrehen erleichtert. Auch an der Elektronik hat sich im aktuellen Jahrgang einiges getan. Die Z 900 RS SE kann jetzt mit IMU-gestütztem Fahrassistenzpaket glänzen. Zur Ausstattung gehören deshalb jetzt Kurven-ABS und schräglagensensible Schlupfregelung.
Doch das sind alles Sachen, die für den ersten Eindruck der Z 900 RS SE zweitrangig sind, sie zeigt eine Retro-Optik. Als Vorbild dient die legendäre 900 Z1 aus den Siebziger Jahren. Damals war sie das stärkste Serienmotorrad der Welt und verkaufte sich wie geschnitten Brot. Kawasaki zitiert deshalb an der Z 900 RS SE den tropfenförmigen Tank, den Rundscheinwerfer, heute natürlich mit LED, die gesteppte Sitzbank und den kleinen Heckbürzel. Es geht sogar so weit, dass auch die Lackierung unseres Test-Motorrads der Original-Lackierung von 1973 entspricht.
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