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Covid-19-Übersterblichkeit war bei Männern vor allem anfangs höher
Zu Beginn der Corona-Pandemie fiel die absolute Übersterblichkeit bei Männern in vielen einkommensstarken Ländern höher aus als bei Frauen. Eine Analyse von 34 Staaten zeigt nun, dass dieser Unterschied im Verlauf stark schrumpfte. Relativ zur jeweils erwarteten Sterblichkeit waren die Geschlechterunterschiede deutlich kleiner und fielen mancherorts später sogar zulasten der Frauen aus.
Oxford (England). Schon früh in der Corona-Pandemie deuteten Daten auf eine höhere Sterblichkeit von Männern hin. Das allein lässt aber offen, ob Männer durch die Pandemie relativ stärker getroffen wurden oder ob sich ihr schon vor 2020 höheres Sterberisiko auch in höheren absoluten Todeszahlen niederschlug.
Ein internationales Forschungsteam hat diese Frage nun für 34 einkommensstarke Länder untersucht. Dafür werteten die Wissenschaftler Sterbefalldaten von Februar 2020 bis Juli 2023 aus und verglichen die beobachtete Gesamtsterblichkeit von Männern und Frauen mit der anhand der Jahre vor der Pandemie erwarteten Sterblichkeit. Die Daten stammten aus der internationalen Short-Term Mortality Fluctuations-Datenbank.
Entscheidend war, dass die Forscher die Geschlechterunterschiede auf zwei verschiedene Arten berechneten. Zum einen bestimmten sie die absolute Übersterblichkeitsrate, also wie viele zusätzliche Todesfälle pro Bevölkerungsgröße bei Männern beziehungsweise Frauen auftraten. Zum anderen berechneten sie den sogenannten P-Score. Dieser gibt an, um wie viel Prozent die beobachtete Sterblichkeit über der jeweils erwarteten Sterblichkeit lag. Negative Abweichungen setzten die Forscher bei der Berechnung auf null.
Diese Unterscheidung berücksichtigt, dass Männer bereits vor der Pandemie in vielen Altersgruppen ein höheres allgemeines Sterberisiko hatten. Ein gleich großer prozentualer Anstieg der Sterblichkeit kann deshalb bei Männern mehr zusätzliche Todesfälle hervorbringen als bei Frauen, ohne dass ihre Sterblichkeit relativ zum jeweiligen Ausgangsniveau stärker steigt. Die Forscher verglichen beide Maße über die Vorimpfphase, die anschließende Pandemiephase und die spätere endemische Phase.
Bei den absoluten Übersterblichkeitsraten zeigt sich zunächst ein klarer Männernachteil. Während der Vorimpfphase lag die Übersterblichkeitsrate in rund 60 Prozent der untersuchten Kombinationen aus Land und Altersgruppe statistisch erkennbar höher bei Männern. In der folgenden Phase waren es noch rund 51 Prozent. In der endemischen Phase sank dieser Anteil auf 23 Prozent.
Das Muster hing dabei auch davon ab, wann ein Land besonders starke Sterblichkeitswellen erlebte. In Staaten mit späteren Pandemiehöhepunkten trat eine deutlich erhöhte absolute Übersterblichkeit der Männer teilweise ebenfalls später auf. Länder mit insgesamt niedriger Übersterblichkeit zeigten dagegen oft kaum einen klaren Geschlechterunterschied.
Anders sieht das Bild aus, wenn die Forscher die zusätzliche Sterblichkeit relativ zum jeweiligen Ausgangsniveau betrachten. Schon in der Vorimpfphase zeigte nur bei rund 28 Prozent der Kombinationen aus Land und Altersgruppe der P-Score einen statistisch erkennbaren Männernachteil. Später sank dieser Anteil weiter. In einigen Ländern und Altersgruppen lag die relative Übersterblichkeit zeitweise sogar höher bei Frauen.
Die Ergebnisse sprechen deshalb gegen eine einfache Vorstellung, nach der Männer während der gesamten Pandemie grundsätzlich stärker von zusätzlicher Sterblichkeit betroffen waren. Ihr Nachteil war besonders in den absoluten Zahlen zu Beginn ausgeprägt. Ein Teil dieses Unterschieds lässt sich nach der Analyse dadurch erklären, dass die Sterblichkeit von Männern schon vor der Pandemie höher lag. Bei einem vergleichbaren relativen Anstieg entstehen dann bei ihnen mehr zusätzliche Todesfälle.
Welche biologischen oder gesellschaftlichen Faktoren hinter den verbleibenden Unterschieden stehen, kann die Untersuchung nicht klären. Die Analyse ist eine ökologische Beobachtungsstudie und vergleicht Sterblichkeitsmuster ganze